Dienstag, 14. Februar 2017

[ #klimawandel ] Studie: Moore im Klimawandel


Moore speichern mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem der Welt.

Moore sind die billigsten CO2-Speicher: Moore bedecken nur drei Prozent der Erdoberfläche, speichern jedoch fast ein Drittel des erdgebundenen Kohlenstoffs. Dies geschieht durch die Umwandlung des CO2 aus der Atmosphäre in langlebigen Torf. Pro Hektar binden sie beispielsweise viermal mehr als tropische Regenwälder.

Auch in Österreich sind Moore bedeutende Kohlenstoffspeicher, obwohl sie nur mehr 0,25 Prozent der Landesfläche einnehmen. Würden alle Kohlenstoffvorräte der heimischen Moore auf einmal freigesetzt, entspräche dies dem vierfachen jährlichen CO2-Ausstoß Österreichs. 

Zu den größten Mooren zählen die Rheinmoore in Vorarlberg (2078 ha). In Österreich überwiegen jedoch die Hochmoore, die meist in höheren Tallagen, im Hügelland und in Gebirgen verbreitet sind. Das moorreichste Bundesland ist Salzburg.

90 Prozent der ursprünglichen Moorfläche Österreichs sind bereits verloren, Zwei Drittel der bestehenden Moorgebiete Österreichs sind gestört. Durch ausbleibende Niederschläge, wie sie mit der Klimaerwärmung prognostiziert sind, könnten in Zukunft vor allem die Hochmoore zusätzlich in Bedrängnis kommen. Modellrechnungen des Umweltbundesamts, die in dieser Studie zum ersten Mal veröffentlicht wurden, zeigen, dass 85 Prozent der Hochmoore in der Mitte des 21. Jahrhunderts bei einem Anstieg der Jahresmitteltemperatur um etwa 2,3°C einem hohen klimatischen Risiko ausgesetzt sein werden. 

Kohlenstoff. Um den Kohlenstoffvorrat der Moore Österreichs zu schützen und die Moore klimafit zu machen, ist eine Doppelstrategie aus aktivem Erhalt intakter Moore und der Renaturierung gestörter Moorflächen erforderlich. Für den Erhalt der Kohlenstoffvorräte der Moore braucht es keine aufwendige Technologie, was den Moorschutz zu einer der kostengünstigsten Klimaschutzmaßnahmen macht. Einfache Holzdämme genügen, um den Wasserhaushalt von Mooren wiederherzustellen und ihnen ihre CO2-Speicherfähigkeit zurückzugeben.

Die globale Hauptsorge gilt derzeit vor allem den riesigen Mooren in Südostasien, insbesondere den Torfsumpfwäldern Indonesiens. Deren Trockenlegung und Brandrodung für Reisanbau, Palmölplantagen und zur Zellstoffgewinnung machen Indonesien nach den USA und China zum drittgrößten Emittenten von Treibhausgasen weltweit. 


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1. EINLEITUNG 6
1.1 Moore konservieren Treibhausgase 6
1.2 Moore brauchen Wasser 6
1.3 Die Moorbestände Österreichs und ihre Klimarelevanz 7
1.4 Klimabilanz der Moore im Vergleich 8
2. HOCHMOORE, ALPEN UNd KLIMAWANdEL 9
2.1 Niederschläge als Risikofaktor für Moore 9
2.2 Trockenzeiten als Gefahr für Hochmoore 10
2.3 Austrocknung verändert Artenzusammensetzung und CO2-Bilanz 11
2.4 Wiedervernässung als bewährte Klimaschutzmaßnahme 12
3. dIE KLIMABILANZ dER MOORNUTZUNG IN ÖSTERREICH 13
3.1 Die Klimabilanz der schutzwürdigen Moore in Österreich 13
3.2 Die Klimabilanz ehemaliger Moorflächen 13
3.3 Klimaschutzpotenziale durch Extensivierung 14
3.4 Kosten von Moorschutz in Österreich 14
4. MOORE UNd dAS WELTKLIMA 15
4.1 Bedeutung der Moore für das Weltklima 15
4.2 Globale Gefährdung von Mooren 15
4.3 Problemgebiet Südostasien 16
4.4 Globale Klimaschutzpotenziale durch Moorschutz 16
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN UNd EMPFEHLUNGEN 18
6. QUELLEN 20
7. FUSSNOTEN 22

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