Die Sondermarke zur Lawinenkatastrophe des Jahres 1954 im Walsertal zeigt eine Tiroler Ortschaft, St. Christoph am Arlberg.
Im Großen Walsertal gingen vom 10. bis 12. Jänner 1954 über 100 Lawinen ab. 147 Menschen wurden verschüttet, 80 kamen sofort ums Leben oder starben bald an ihren Verletzungen. 46 Häuser und 92 Ställe wurden total zerstört, viele Gebäude schwer beschädigt. Dazu kam der große Verlust an Vieh und Habe. Allein in Blons verschütteten Lawinen 96 der 365 Bewohner, 55 starben. 28 Häuser und 46 Ställe wurden zerstört.
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Der Vorarlberger Lawinenlagebericht kann als App oder per Telefon (+43(0)5574 201 1588 ) abgerufen werden.
Europäische Gefahrenskala. Die Gefahreneinschätzung von Lawinenabgängen wird in der Europäischen Gefahrenskala folgendermaßen klassifiziert:
1 (gering)Eine Lawinenauslösung ist nur bei großer Zusatzbelastung an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Spontan sind keine Lawinen (sog. Rutsche) zu erwarten. Allgemein sichere Verhältnisse.
2 (mäßig)Eine Lawinenauslösung ist bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Größere Lawinen sind nicht zu erwarten. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt, außer an einigen Steilhängen. Vorsichtige Routenwahl bei den angegebenen Steilhängen und Hangexpositionen.
3 (erheblich)Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig. Angegebene Steilhänge und Hangexpositionen möglichst meiden.
4 (groß)Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen möglich. An vielen Steilhängen ist die Schneedecke nur schwach gefestigt. Bei der Routenwahl Beschränkung auf mäßig steiles Gelände sowie Beachtung der Lawinenauslaufgebiete. Viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung notwendig.
5 (sehr groß)Spontan sind zahlreiche große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und instabil. Verzicht auf Touren ist empfohlen.
Definitionen
mäßig steil: bis 30° Hangneigung
steil, Steilhänge: über 30° Hangneigung
geringe Zusatzbelastung: zum Beispiel ein einzelner Skifahrer, Snowboarder oder Schneeschuhläufer
große Zusatzbelastung: zum Beispiel eine Gruppe von Skifahrern ohne Sicherheitsabstände, ein Pistenfahrzeug oder eine Lawinensprengung
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(Klick hier->) Landeswarnzentrale Vorarlberg - Lawinenlagebericht Nach Registrierung können die angebotenen Warndienste (Lawinenlagebericht, Sturmwarndienst Bodensee) abonnieren werden. Derzeit stehen eine Zusendung per E-Mail, Fax und ein vereinfachter SMS-Dienst zur Auswahl.
(Klick hier->) www.lawinen.atGefahrenstufenkarte der österreichischen Lawinenwarndienste.Genaue Informationen und Lageberichte zu den einzelnen Regionen in Österreich
(Klick hier->) www.lawinen.org Lawinenwarndienste Europaweit Enthält zusätzlich auch allgemeine Infos über die Entstehung von Lawinen, Schneedeckenbeschaffenheit, etc. Übersichtliches Einstiegsportal zu allen Lawinenlageberichten in Europa.
Die Lawine ist eine Naturgefahr, die uns bei aller Freude am Wintersport in Bann hält.
Eine neue Broschüre enthält einen Überblick auf die Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich, einen Glossar und vor allem die wichtigsten Themen von der Entstehung von Schnee über die Methoden der Lawinenmessung bis hin zu der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen zwischen Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit.
Die Statistiken zeigen, dass etwa zwei Drittel der Lawinentoten Tourengeher und Variantenfahrer sind. Ein Drittel der Opfer kommen durch Katastrophenlawinen ums Leben. Wie entsteht eine Lawine? Welche Typen gibt es und welche Maßnahmen werden gegen sie getroffen? Das Institut für Naturgefahren des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) informiert nun mit der neu erschienenen Broschüre „Die Lawine im Fokus“ in bewährt übersichtlicher Weise.
Schwachschicht.Die Gründe, warum es zu einem Bruch in der Schneedecke kommt, lassen sich in ihrem Aufbau suchen. Wettereinflüsse wie Niederschlag, Temperatur und Sonneneinstrahlung sind die wesentlichen Ursachen. So ist die Schneedecke nicht homogen, sondern aus verschiedensten Schwachschichten aufgebaut. Eingeschneiter Oberflächenreif und kantige Kristalle bilden die typischen Kornformen dieser Formationen. Sie lokalisieren sich zum Beispiel bei starker Strahlung nahe der Schneeoberfläche ober- und unterhalb von Krusten und bei hohen Temperaturunterschieden um den Gefrierpunkt zwischen Boden und Schneeoberfläche. Die Schwachschichten bleiben teils über den gesamten Winter bestehen. Instabilitäten in einer Neuschneedecke festigen sich hingegen schneller, gerade wenn es eine gute Bindung zur Altschneeoberfläche gibt.
Lawinen-Typen. Was Lockerschnee- und Schneebrettlawinen, Trocken- und Nassschneelawinen, Fließlawinen, Staublawinen und Gleitschneelawinen genau sind, wurde von der UNESCO bereits 1981 definiert. Jeder einzelne Typus trägt eine spezifische Gefahr in sich, weshalb der stabile Schutz durch Wald ein wesentlicher Gegenstand der Raumplanung ist. Institutsleiter Dr. Karl Kleemayr zu diesem Thema: „Da sich im Wald keine großflächigen Schwachschichten ausbilden können, ist die Wahrscheinlichkeit für ein Schneebrett gering. Aber genau das ist die Tücke: Im locker bewachsenen Lärchenwald ist dieser Effekt schwach, weshalb es immer wieder zu überraschenden Abgängen kommt.“
Lawinenforschung. Das Institut für Naturgefahren des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) beforscht schon seit 1949 die Lawine, ihre Entstehung und die facettenreichen Schutzwirkungen von Wald. Die Teilnahme der BFW-Exerpertinnen und Experten an überregionalen Messungen, der innovative Zugang zu Lawinenmessungen und die Betreuung von wissenschaftlichem Nachwuchs zeichnen das Institut für Naturgefahren in Innsbruck und speziell die Abteilung für Schnee und Lawine unter der Leitung von Antonia Zeidler, PhD, besonders aus. Zeidler über ihr Forschungsfeld: „Obwohl über die letzten Jahrzehnte wichtige Aspekte über den Anbruch, das Fließverhalten und die Wirkung im Auslaufgebiet untersucht wurden, gibt es nach wie vor Wissenslücken beim Themenkomplex Lawine. Das Institut für Naturgefahren forscht intensiv, um auch in Zukunft fundiertes Know-how für ein zeitgemäßes und nachhaltiges Risikomanagement bereitstellen zu können.“