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Sonntag, 17. September 2023

[ #pflanzenwelt ] Bäume schenken Leben!


Bäume machen ein Grundstück erst zu einem Garten. Denn sie schaffen Struktur und übernehmen viele wichtige Funktionen: Am Garteneingang etwa weisen sie den Weg zum Haus – neben Terrasse oder Sandkiste spenden sie Schatten; oder sie dienen einfach als angenehmer Rückzugsort für erholsame Stunden.
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Dienstag, 18. Juli 2023

[ #artenschutz ] Artenvielfalt im Wald planen

Mit der Broschüre "Aktiv für Artenvielfalt im Wald" zeigen WWF und Österreichische Bundesforste gemeinsam, wie sich durch die gezielte Förderung von seltenen Baumarten und Naturwaldelementen die Arten- und Strukturvielfalt im Wirtschaftswald erhöhen lässt. 

Er wird damit, wie aktuelle Studien gezeigt haben, widerstandsfähiger gegenüber den Wetterkapriolen, die der Klimawandel mit sich bringt. Vielfalt aktiv zu fördern bedeutet Natur- und Artenschutz in die Forstwirtschaft zu integrieren und die wirtschaftlichen Erträge für die Zukunft abzusichern. Gleichzeitig tragen struktur- und artenreiche Wälder mit gesunden Böden zur Abschwächung der Klimawandelfolgen bei, indem sie CO² speichern, vor Naturereignissen wie Lawinen, Muren, Steinschlägen oder Rutschungen schützen und Abkühlung in Hitzeperioden bieten.


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Sonntag, 19. März 2023

[ #baum ] Schlafen auf dem Buchenlaub


Bettlaubsammeln als Streu- und Waldnutzung in Vorarlberg. Im St.Galler Rheintal wurde Buchenlaub nicht nur als Einstreu gesammelt, nein man schlief mancherorts noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts darauf. 

Im St. Galler Rheintal war das Sammeln von Bettlaub noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet und erst die moderne Matratze verbunden mit der ökonomischen Entwicklung hat dem Bettlaubsammeln ein Ende gesetzt. Mit Hilfe von Zeitzeugen-Berichten haben Wissenschafter das Wissen über diese aufgegebene Waldnutzung im St.Galler Rheintal zusammengetragen.
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Mittwoch, 15. März 2023

[ #pflanzenwelt ] Österreichischer Baumartenatlas


Es gibt 3,4 Mrd. Bäume mit 65 verschiedenen Baumarten in Österreichs Wäldern.

Das Institut für Waldinventur hat einen Baumarten-Atlas erarbeitet, in dem die häufigsten Baumarten, getrennt nach Laub- und Nadelbäumen, vorgestellt werden. Die Spitzenreiter sind: Fichte mit 2 Milliarden Bäumen, gefolgt von Rotbuche mit 326 Millionen und Weißkiefer mit 193 Millionen.

Top 10
  • Fichte 2,0 Mrd Bäume
  • Buche 326 Mio Bäume
  • Weißkiefer 193 Mio Bäume
  • Lärche 132 Mio Bäume
  • Tanne 83 Mio Bäume
  • Hainbuche 81 Mio
  • Esche 74 Mio Bäume
  • Eichen 72 Mio Bäume
  • Weißerle 62 Mio Bäume
  • Birke 55 Mio Bäume
Bundesländer. Von jeder Baumart werden Erscheinungsbild, Biologie und Vorkommen vorgestellt. Die räumliche Verteilung kann für Gesamtösterreich oder für jedes Bundesland einzeln abgefragt werden, die Zusammenstellung erfolgte anhand der Daten der Österreichischen Waldinventur.


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Sonntag, 12. März 2023

[ #pflanzen ] Der Wildapfel – Eine gefährdete Baumart

Der Holzapfel (Malus sylvestris), auch als Europäischer Wildapfel bezeichnet, ist eine Laubbaum-Art aus der Gattung der Äpfel (Malus).

Der Wild-Apfel gehört zu den seltensten Baumarten, ist stark gefährdet und steht meist unauffällig in Auwäldern, lichten Laub- und Kiefernwäldern, Felddickichten, Gebüschen und Waldrändern von der Ebene bis auf ca. 1000 Meter Höhe hinauf. Wenn er sich nicht gerade im prächtigen rötlich-weißen Frühlings-Blütengewand - umschwärmt von vielen Hummeln und Bienen - präsentiert, ist er für Normalbürger kaum erkennbar.

Pfahlbauten am Bodensee. In Mitteleuropa wurden Reste von Wildäpfeln in steinzeitlichen Siedlungen gefunden, so auch in den Pfahlbauten am Bodensee, was deren frühe Nutzung als Obst belegt. Die Bedeutung des heimischen Wildapfels (Malus sylvestris) bei der Züchtung unserer Kulturäpfel ist aber umstritten – asiatische Arten dürften insgesamt eine größere Rolle gespielt haben. Da Kulturäpfel häufig verwildern und mit Wildformen Bastarde bilden, ist auch das zweifelsfreie Erkennen reiner Wildäpfel schwierig. Wildnahe Formen zeichnen sich durch kugelige, grüne bis gelbgrüne, manchmal rotbackige, bis 3,5 cm große Früchte aus.


Gentechnik. Der Wildapfel hat viel von seiner ursprüngliche Identität verloren, weil die wildwachsende Art sich mit dem häufgen Kulturapfel vermischt hat. Wenn dies schon bei einzelnen Arten allein durch über Jahrtausende domestizierte Arten geschieht, dann kann man erkennen welche Gefahren für die Biodiversität in der Gentechnik liegen, die ja so quasi über Nacht ein genetisch völlig verändertes "Naturprodukt" zu erzeugen imstande ist. Bei unserem heutiger Gartenapfel geht man aufgrund von Genanalysen davon aus, dass er direkt vom Asiatischen Wildapfel abstammt oder durch Einkreuzung des Kaukasusapfels (Malus orientalis) domestiziert wurde.

Ökologisch wertvoll. Großen materiellen Nutzen darf man sich vom Wildapfel nicht erwarten. Seit jeher war seine wirtschaftliche Bedeutung gering. Das schwere und harte, aber wenig dauerhafte Holz wird weniger geschätzt als das anderer Wildobstbäume. Ungleich höher sind dagegen die ökologische Bedeutung des Wildapfels und sein Beitrag zur Artenvielfalt. Die dicht verzweigten Bäume und Sträucher dienen vielen Vogelarten als Niststätte, werden von Fledermäusen als Tagesquartier und von anderen Tierarten als Versteck genutzt. Blätter, Blüten und Früchte dienen zahlreichen Tieren als Nahrung. Wildäpfelbereichern zudem das Landschaftsbild, wenn sie ihre weiß bis zartrosa gefärbte Blütenpracht entfalten.



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[ #pflanzenwelt ] Heimische, standortgerechte Bäume und Sträucher


[PDF] Eine 33seitige, auch als PDF erhältliche Broschüre ("Merkblatt") aus dem Amt der Vorarlberger Landesregierung informiert darüber.

Anlass für dieses "Merkblatt" ist die Zunahme von Zucht- und Gartenformen von Gehölzen im Uferschutzbereich und in Gärten. Die Verwendung von heimischen, standortgemäßen Arten ist ein Beitrag zum Natur- und Umweltschutz und steigert die Artenvielfalt.

Bäume und Sträucher. Bäume und Sträucher sind das Grundgerüst in jedem Garten. Sie spenden Schatten im Sommer, sind Sichtschutz und grenzen Nutzungsflächen ab. Sie verbessern die Luftqualität und regulieren das Kleinklima im Garten. Zudem bieten sie Lebensraum für zahlreiche Tiere (Singvögel, Hasen, Igel, Schmetterlinge, Wildbienen usw) und geben so den Gartenbesitzern die Möglichkeit zur Beobachtung der Tier- und Pflanzenwelt.

Übersicht. Pflanzenportraits informieren über Standortansprüche, Blüten, Früchte und Wuchshöhe. Weiterführende Informationen liefern Planer, Botaniker, Gärtnereien und Fachliteratur. Die beschriebenen Pflanzen haben ihre natürliche Verbreitung in Vorarlberg. Sie sind nach ihren gärtnerischen Einsatzbereichen in drei Gruppen gegliedert und darin alphabethisch angeführt.



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Samstag, 25. Februar 2023

[ #baum ] Lernen im Netz: Der Wald


Heft 1 der Reihe "Lernen im Netz" ermöglicht die Auseinandersetzung mit dem Thema "Wald".

Ein Thema, das nicht nur Forstwirte und Naturfreunde interessieren sollte, ein Interesse an Natur und Ökologie können selbst Grundschüler und besonders die LehrerInnen haben. In Zeiten, da mancherorts Lärche und Lerche bereits unverständliche und ununterscheidbasre Vokabeln geworden sind, auch dringend anzuraten.

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Mittwoch, 15. Februar 2023

[ #baum ] Die Lärche


Im Altertum galt sie als heiliger Baum und im Volksglauben wurde sie als Heimstatt wohlgesonnener Waldfeen gesehen.

Die Lärchen (Larix) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) und ist wohl eine der bekanntesten Baumarten des Gebirges. Im Altertum galt sie als heiliger Baum und im Volksglauben wurde sie als Heimstatt wohlgesonnener Waldfeen gesehen. In der Heilkunde ist Lärchenterpentin ein wichtigster Inhaltsstoff einer husten- und schleimlösenden Lärchensalbe, die bereits zur Römerzeit verwendet wurde.



Europäische Lärche. Die Europäische Lärche ist ein sommergrüner Baum, Alle Lärchen-Arten sind sommergrüne Bäume, werfen also im Spätherbst ihre "Nadeln (nadelförmigen Blätter) ab. Damit sind sie eine der zwei nicht immergrünen Gattungen innerhalb der Kieferngewächse.

Sie erreichen ein Alter von maximal 600 Jahren, Wuchshöhen von 54 Meter und Stammdurchmesser von 1,5 bis zu 2 m . Die Baumkrone ist unregelmäßig pyramidal bis schlank-kegelförmig. In Blitzingen im Wallis wurde vor einigen Jahren ein 30 Meter hoher Baum mit 686 Jahresringen (in 7 Meter Stammhöhe) gefällt, der also etwa im Jahre 1280 gekeimt haben muss. Im Ultental (Südtirol) stehen drei Lärchen, die auf 850 Jahre geschätzt werden.

Die Lärche tritt im gesamten Alpenraum auf und ist unempfindlich auch gegen scharfe Fröste. Durch den winterlichen Nadelwurf ist sie gegen diese Gefahr sowieso von vornherein geschützt. Sie ist auch weitgehend unabhängig von Gestein und Bodentyp, hinsichtlich der Nährstoffversorgung stellt sie wenig Ansprüche.

Freilich ist die Lärche nichts für einen dichten Baumbestand, denn sie ist sehr lichtbedürftig. Das ist einmal die Notwendigkeit einer Mindestanzahl von Sonnentagen als auch das Fehlen von Beschattung. Sie tritt daher auf solchen Standorten und in solchen Waldgesellschaften auf, in welchen der Konkurrenzdruck anderer Baumarten aus diversen Gründen geringer ist.


Vorarlberg. Häufig ist die Lärche an subalpinen bis montanen Standorten, auf denen aus irgendwelchen Gründen (Blockschutt, Steilheit, Steinschlag, Lawine) ein Bestandesschluss der Waldvegetation nicht erreicht wird, etwa im Karbonat-Lärchen-Zirbenwald.

Auffällig ist jedoch, dass sie in den Tiroler und Vorarlberger Randalpen seltener und in ganz Vorarlberg als Hauptbaumart gar nicht vorhanden ist. Hingegen ist sie gerade am steirischen und kärntnerischen Alpenostrand sehr häufig zu finden. Diese Verteilung hängt möglicherweise mit der nacheiszeitlichen Wiederbewaldung der Alpen aus nordöstlichen und südöstlichen alpennahen Refugialräumen zusammen.

Trotzdem geht man davon aus, dass die Lärche durchaus auch ihre Standorte in Vorarlberg hatte. Auch wenn Lärchen-Zirbenwälder fast vollständig fehlen, müssen sie aber aufgrund der vielen Fragmente und "Restlinge" im Montafon weit verbreitet gewesen sein. Der Holzbedarf des dortigen ehemaligen Bergbaues, besonders aber die intensive und möglicherweise schon prähistorische Alpnutzung hat sie fast vollständig verschwinden lassen. So bedecken in einigen Gebieten wie dem Inneren Silbertal dichte Silikatlatschenfelder die Talhänge, teilweise nachgewiesenermaßen als Folge ehemaliger Brandrodungen.

Lärchenmischwald im Herbst
Waldbauliche Renaissance. Diese Nadelbaumart erlebt heute eine Renaissance: Günstige Holzeigenschaften und attraktiver Holzpreis, das schnelle Jugendwachstum, die relativ geringen Nährstoffansprüche dieses Pioniers und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Sturm und Schnee machen diese Baumart attraktiv. Diese Lärche ist genetisch sehr variabel und daher ist es für den Aufbau stabiler und produktiver Lärchenbestände unumgänglich, die passende Herkunft zu finden. Nicht jede Lärchenherkunft erfüllt die Anforderungen,dies gilt insbesondere für Hybridlärchen. Lärche ist nicht Lärche! Ein besonderes Augenmerk gebührt daher der Genetik dieser Baumart.

Die Verwendung der richtigen Herkunft allein genügt aber nicht. Wenn man Lärchenbestände betrachtet, so fallen oftmals die viel zu kleinen Lärchenkronen auf. Die Erhaltung einer ausreichenden Kronenlänge über alle Altersphasen ist aber ein wichtiger waldbaulicher Schlüssel zum Erfolg.


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LWF-Wissen: Beiträge zur Europäischen Lärche
  • Impressum 2
  • Vorwort 3
  • Inhaltsverzeichnis 5
  • Die Europäische Lärche – Taxonomie, Verbreitung, Morphologie 7
  • Gregor Aas
  • Eine Lärche kommt selten allein – Lärchen-Zirbenwälder der Alpen 13
  • Kristine Koch und Helge Walentowski
  • Die Europäische Lärche im Klimawandel 19
  • Wolfgang Falk, Ute Bachmann-Gigl und Christian Kölling
  • Forstliches Vermehrungsgut und Genetik der Europäischen Lärche 28
  • Monika Konnert, Ralph Jenner und Alexander Nickl
  • Die Lärche im Bayerischen Staatswald 34
  • Walter Faltl und Stephan Breit
  • Wachstum der Lärche in Bayern 39
  • Hans-Joachim Klemmt, Michael Neubert und Wolfgang Falk
  • Fraßschäden durch Insekten an der Lärche 46
  • Martina Weber, Manuela Wolf, Julia Zeitler und Ralf Petercord
  • Der Lärchenkrebs – die schwerwiegendste Erkrankung der Lärche 56
  • Ralf Petercord und Ludwig Straßer
  • Pilze und Insekten an der Lärche 60
  • Markus Blaschke, Alexandra Nannig und Heinz Bußler
  • Das Holz der Lärche – Eigenschaften und Verwendung 65
  • Dietger Grosser und Gabriele Ehmcke
  • Die Sudetenlärche 72
  • Otto Bauer
  • Von zartgrün bis goldfarben 76
  • Walter Schulz
  • Vom Lärchenharz zum Terpentin bis Lärchenöl 79
  • Norbert Lagoni
  • Urlärchen – aus der Römerzeit? 82
  • Hubert Rößner
  • Die Lärche 84
  • aus E.A.Rossmässler, Der Wald, 1863
  • Kästen, Lyrisches zur Europäischen Lärche 17, 45, 54, 59, 64 , 71, 75
  • Bäume des Jahres 85
  • Anschriften der Autoren 86

BFW Praxisinformation: BFW Praxisinformation Nr. 25 - 2011 / Lärche
  • MICHAEL ENGLISCH, FRANZ STARLINGER, HOU LIN: Die Lärche - ein Baum für alle Fälle?
  • WERNER RUHM, HANNES SCHÖNAUER: Auf die Kronenlänge kommt es an - Waldbau mit der Lärche
  • RUDOLF LITSCHAUER, HEINO KONRAD: Ohne Pollen kein Saatgut, ohne Saatgut keine Verjüngung
  • GERALD GOLESCH, ILSE STROHSCHNEIDER: Lärchensaatgut - ein knappes, wertvolles Gut
  • SILVIO SCHÜLER, LAMBERT WEIßENBACHER: Herkunft Lärche - eine Kardinalfrage
  • THOMAS GEBUREK, SILVIO SCHÜLER: Hybridlärche - eine "Baumart" mit Potenzial?
  • GERALD GOLESCH: Die Wienerwaldlärche
  • CHRISTIAN TOMICZEK, GOTTFRIED STEYRER: Aktuelle Forstschutzprobleme bei Lärche
  • RICHARD BAUER, MARKUS NEUMANN: Lärchenholz voll im Trend

Freitag, 25. November 2022

[ #baum ] Kennst du diese Herbst-Blätter?


Zwei sehr schön umgesetzte, kurze  Quizzes, die Lust machen sollen, wieder mal raus in den Wald zu gehen. Viel weiteres Lern- und Arbeitsmaterial.




Wer kennt die Blätter eines Herbstwaldes? Auch für den Sachunterricht eine einfache und nette Hilfe, die Vielfalt im Blätterwald anschaulich zu machen. Gerade auch nach dem von der UNO proklamierten "Jahr des Waldes".
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Montag, 17. Oktober 2022

[ #baum ] Grünerlen überwuchern die Alpen

Simon Eugster --– Simon / ?! 07:52, 20 October 2006 (UTC), Alnus fruits, CC BY-SA 3.0

Gebüsche aus Grünerlen überwuchern nicht mehr genutzte Alpweiden rasant. Das Engadiner Schaf als Heilmittel.

Mit der Überwucherung durch die Grünerlen sinkt die Biodiversität massiv, die Böden versauern und der Erosions- und Lawinenschutz ist im Vergleich zu einer Wiederbewaldung schlechter. Auf die akute Gefahr für die Alpen machen die Akademien der Wissenschaften Schweiz in einem Factsheet aufmerksam.

Die Landwirtschaft zieht sich aus ökonomischen Gründen immer mehr aus dem Berggebiet zurück. In die Bresche springt eine Pflanze, die natürlicherweise in Lawinenzügen und Bachrunsen vorkommt: die Grünerle. Sie überwuchert jährlich mehrere hundert Hektaren aufgegebener Alpweiden und breitet sich damit drei- bis viermal schneller aus als der Wald. Dabei wäre der Wald die ursprüngliche Vegetation des Alpenbogens.

Überwuchern Grünerlen Gebiete quasi als Monokulturen, hat dies verschiedene negative Konsequenzen. Bedecken Grünerlen nur schon die Hälfte einer Fläche, wird die Pflanzenvielfalt halbiert, so dicht ist ihr Bewuchs. Aber auch Insekten und Vögel werden seltener. Zudem versauern die Böden. Und die Grünerlenausbreitung fördert den Klimawandel: Grünerlenbestände setzten 35-mal mehr Lachgas frei als Wiesen. Lachgas ist ein äusserst starkes Treibhausgas.

Engadiner Schaf contra Grünerle. Die Grünerle (Alnus viridis De Candolle), auch Laublatsche genannt, bilden Sträucher mit niederliegenden Stämmen. Sie blühen nach dem Laubausbruch je nach Standort in den Monaten April bis Juli. Grünerlensträucher erreichen eine Höhe von ein bis drei Metern und ihr Stamm maximal Prügelholzstärke. Die effizienteste Art der Bekämpfung der Verbuschung durch die Grünerle ist das Engadiner Schaf.



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Donnerstag, 18. August 2022

[ #pflanzen ] Teste dein BAUMwissen!


Fichte, Buche, Lärche - erkennen Sie Österreichs wichtigste Baumarten? Testen Sie Ihr Wissen und finden Sie heraus, wer es besser weiß: Sie oder der Computer?

Blätter, Nadeln und Borke gelten neben Wuchsform,Früchten und Blüten als wichtigste Bestimmungsmerkmale eines Baumes.Manche Baumarten sind aufgrund ihrer charakteristischen Eigenschaften einfach zu bestimmen wie etwa der Ahorn mit seiner typischen Blattform. Der Unterschied zwischen Fichte und Tanne hingegen ist für Laien oft schon schwer zu erkennen
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Samstag, 30. Juli 2022

[ #baum ] Die Zirbe in Vorarlberg

Naturschutzinformation Land Vorarlberg ©VLK

Almrodungen und die Übernutzung für Schnitzereien haben die Zirbe auf kleine schwer zugängliche Gebiete zurückgedrängt.

 "Etwa 150 Jahre alt ist dieser 10 m hohe Baum an der Oberkante des Steilabfalls, der die Alpe Süns von der Alpe Hintermellen trennt (einige Meter nördlich der Materialseilbahn Hintermellen-Süns). Im Gemeindegebiet wachsen Zirben vereinzelt im hinteren Mellental" verweist das "Dornbirn Lexikon" im Internet auf einen einst häufigen und wertvollen Baum der Alpen.

Neben diesem spärlichen Dornbirner Vorkommen werden dort noch geringe Bestände in der Silvretta genannt. Zirbenwaldreste werden auch noch im Bereich von Warth Schröcken (Ochsenkopf) und fragmentarische Reste eines Lärchen-Zirbenwaldes sollen auch noch im Silbertal (Dürrwald) vorhanden sein.

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Dienstag, 8. März 2022

[ #bäume] Unter der Linden: Dominante Ortsbäume in Vorarlberg

Naturdenkmal: Die alte Linde neben der kleinen Kirche “Mariahilf” in Maria Ebene bei Frastanz
© Landesbildstelle

Als ein Baum, der bis zu tausend Jahre alt werden kann, hat so manche Dorflinde viele Generationen überlebt.

Eine Untersuchung über dominante Ortsbäume in Vorarlberg (Sonderdruck aus MONTFORT, 58. Jg. 2006 H. 2/3) von Helmut Tiefenthaler spannt thematisch den Bogen von der mythischen Beziehung zu Bäumen über die Baumsymbolik bis hin zu den Zeugen der Ortsgeschichte. Es wird ein Einblick über die verschiedenen dominanten Ortsbäume in Vorarlberg und deren Verbreitung gegeben. Behandelt wird sowohl die Linde als Baum der Gemeinschaft und andere heimische Laub- und Nadelbäume als auch die in der neueren Zeit eingeführten Parkbäume.
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Donnerstag, 3. März 2022

[ #pflanzen ] Eine kindgerechte Bestimmungshilfe für Laubbäume


Im Wald ist die Buche unser häufigster Laubbaum. 

Mindestens 1000 Ortsnamen enthalten das Wort "Buche". Auch "Buch" und "Buchstaben" will man mancherorts auf den Namen dieses Baumes zurückführen. Doch das ist eine andere Geschichte.
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Freitag, 17. Mai 2019

[ zzz Archiv ] Heckipedia - Die kollaborative Heckenenzyklopädie


Heckipedia ist ein Mehr-Autoren-System und das Ergebnis der Bemühungen um artenvielfältige und standortangepasste Hecken.

Wer mit offenen Augen an einer Hecke entlang geht, kann etwa entdecken, dass die eine Heckenrose etwas anders aussieht als ihre Nachbarin oder der Weißdornstrauch anders geformte Blätter hat als der, der 10 Meter weiter weg steht? In alten, naturbelassenen Strauchgruppen und Feldgehölzen findet man sie noch - die unerschöpfliche Vielfalt der Natur.
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Montag, 4. Dezember 2017

[ #bäume ] Unsere Bäume online: Von der Stieleiche bis zur Pyramidenpappel


Informationen über Bäume, von der Stieleiche bis zur Pyramidenpappel, und ein Quiz bieten unterhaltsames Lernen ganz nach dem Programm "Lernspaß für Kinder"

Die Blätter ernähren den Baum. Dafür brauchen sie jedoch Tageslicht. Denn dann können aus Wasser und einem Bestandteil der Luft (Kohlendioxid) Nährstoffe gebildet werden. Da die Größe, Form und Art der Blätter bei jedem Baum verschieden ist, kann man mit ihnen gut die Art des Baumes bestimmen. 
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Montag, 10. Juli 2017

[ #wald ] Die Weißtanne

Durch den Wald, die vielen Holzhäuser und das holzverarbeitende Handwerk prägt die Weißtanne die Kulturlandschaft in Vorarlberg und Umgebung wie kaum anderswo auf der Welt.

Die Weiß-Tanne (Abies alba) oder Weißtanne ist eine europäische Nadelbaumart aus der Gattung Tannen (Abies) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Der Name leitet sich von der im Vergleich zur Gemeinen Fichte (Picea abies) auffallend hellgrauen Borke ab. Weitere deutsche Trivialnamen wie Edeltanne und Silbertanne.

Ökologie hat Vorrang. Die Art kann ein Höchstalter von 500 bis 600 Jahren erreichen. Sie gilt als die schadstoffempfindlichste einheimische Baumart und wird von einer Vielzahl von Schädlingen befallen. Sie erreicht eine Höhe bis zu 65 m, einen Durchmesser bis zu 2 m und ein Wurzelsystem mit bis zu 270 Metern Gesamtlänge. Die Weißtanne fordert eine naturnahe Forstwirtschaft. Der Nachwuchs entsteht im Schatten und im Schutz der Muttertanne. Kahlschläge bedrohen den Bestand, eine selektive Waldwirtschaft ist erforderlich, um den Kulturwald der Weißtanne zu erhalten. Durch die nachhaltige Nutzung werden die Überalterung und die damit verbundene Destabilisierung unserer Waldbestände verhindert. Die Verjüngung und Erneuerung wird gewährleistet und die wichtige Funktion der Weißtanne als unentbehrlicher ökologischer Stabilisator wird erhalten.

In der Oberkrone der "ausgewachsenen" Weißtanne entwickelt sich eine Art Storchennest, denn die Vorherrschaft des Wipfeltriebes geht verloren und die Seitenäste bilden eine abgeflachte Kronenspitze. Die walzenförmigen Zapfen stehen aufrecht wie Weihnachtsbaumkerzen an den Ästen und werden 15 cm lang und gehen mit zunehmender Reifung von Grün in ein rötliches Braun über. Der geflügelte Same aus den Zapfen der Weißtanne löst sich im Spätjahr hoch oben in der Krone samt den Schuppen von den aufrecht stehenden Zapfen, um vom Wind davon getragen zu werden. Zurück bleibt die leere Spindel. Die Nadeln beim Tannengrün der Weißtanne sind gescheitelt und auf der unteren Seite eher silbern erscheinend, denn die Tannennadel besitzt dort zwei auffallend weiße Wachsstreifen. Den Namen Weißtanne trägt sie aber nicht deswegen sondern wegen ihres weißlich-grauen Stammes (im Gegensatz zum Rotbraun der Fichtenrinde).

Die "Königin der Nadelhölzer" ist nicht nur edel, sondern auch eine Riesin, sie gehört zu den mächtigsten Baumgewächse schlechthin, überragt nur von nordamerikanischen Superlativen. Das tief greifende Wurzelsystem der Tanne aus Pfahl- und Senkwurzeln garantiert sturmstabile Wälder. Es schützt zugleich den Boden als unser wichtigstes Kapital vor Erosionen und Rutschungen. Die milde Nadelstreu sorgt für intakte Stoffkreisläufe. Der tiefe Bodenaufschluss und die hohe Schattenverträglichkeit sind besonders hervorzuheben wie ihre Verjüngsungsfreundlichkeit.

Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald („tragende Säule der Bergmischwälder“) und unabdingbarer Bestandteil unserer heutigen Kulturlandschaft als Charakterbaumart der Mittelgebirge (kleinbäuerlicher Plenterwald). Als Plenterwald bezeichnet man in der Waldwirtschaft einen Wald, bei dem verschiedene Altersstufen und Schichten auf kleinster Fläche vorkommen. Große und kleine, dicke und dünne Bäume sorgen für vielfältige Strukturen. Das Holz wird nur kleinflächig und einzelstammweise genutzt.

Vorarlberg. Durch den Wald, die vielen Holzhäuser und das holzverarbeitende Handwerk prägt die Weißtanne die Kulturlandschaft in Vorarlberg und Umgebung wie kaum anderswo auf der Welt. Der Anteil in Vorarlberg liegt bei rund 25 Prozent. Die Tanne hat in unseren Wäldern eine wichtige ökologische und stabilisierende Wirkung.

Nach alten "Bauernerfahrungen" ist die Tanne auch dauerhaft und wetterbeständig. Zudem ist Weißtannenholz absolut harzfrei. Deshalb ziert sie oft speziell die Fassaden der Wetterseite alter Bauernhäuser. Zunehmend verwenden Architekten diese Holzart als zentrales Gestaltungselement.

Öffentliche Auftraggeber nehmen erfreulicherweise bei ihren Bauten gezielt diese Holzart in die Ausschreibung auf. Viele Konsumenten möchten Weißtanneholz bei ihren Bauvorhaben nützen. In den letzten Jahren ist es zum Standard bzw. zur "Kultur" geworden, dass die heimische Weißtanne wieder ganz normal und selbstverständlich angewendet wird. Eine Reihe von Bauten konnte so realisiert werden. Ihre Verwendung hilft Arbeitskräfte in den Regionen zu erhalten und zu schaffen. Investitionen und Produktinnovationen werden angeregt. Es wird damit gezielt eine regionalen Ressource verwendet. Eine zusätzliche regionale Wertschöpfung in der Wald- und Holzwirtschaft wird dadurch erzielt.

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Donnerstag, 11. Mai 2017

[ #baum ] Weltnaturerbe: Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands

Das UNESCO-Welterbekomitee hat am 25. Juni 2011 fünf Buchenwaldgebiete in Deutschland in die Liste des Welterbes aufgenommen. 

Damit wird das in der Slowakischen Republik und der Ukraine gelegene grenzüberschreitende Weltnaturerbe "Buchenurwälder der Karpaten" um einen deutschen Teil erweitert. Die Welterbestätte heißt jetzt "Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands".

Bei dem deutschen Teil handelt es sich um ausgewählte Waldgebiete der Nationalparke Hainich in Thüringen, Kellerwald-Edersee in Hessen, Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern sowie das Waldgebiet Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg. Sie repräsentieren die wertvollsten verbliebenen Reste großflächiger naturbelassener Buchenbestände in Deutschland.

Diese deutschen Gebiete mit ihren Tiefland- und Mittelgebirgsbuchenwäldern vervollständigen in idealer Weise die in den Karpaten beheimateten Gebirgsbuchenwälder. Natürliche Tiefland-Buchenwälder sind heute auf Deutschland beschränkt und Buchenwälder nährstoffarmer Standorte haben in den deutschen Mittelgebirgen ihren weltweiten Verbreitungsschwerpunkt. Gemeinsam mit den Buchenurwäldern der Karpaten spiegeln sie das große Spektrum der Buchenwaldtypen Europas wider.

 [ #natur #freunde #umwelt ]⇒ 
 
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DIE „ALTEN BUCHENWÄLDER DEUTSCHLANDS“ 4
Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern) 6
Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern) 9
Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg) 12
Nationalpark Hainich (Thüringen) 15
Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen) 18

DIE BUCHENWäLDER EUROPAS 21
UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ 21
Trilaterale Kooperation Deutschland – Slowakische Republik – Ukraine 22
Die Vision eines UNESCO-Weltnaturerbes „Die Buchenwälder Europas“ verwirklichen 23

WISSENSWERTES ÜBER BUCHENWÄLDER 24
Buchenwälder – europäische Urwälder 24
Buchenwälder im Jahresverlauf 24
Lebenszyklen eines Buchenwaldes 25
Artenvielfalt der Buchenwälder 26
Merkmale und Verbreitung 28
Buchenwälder in Deutschland 29

UNESCO-WELTERBE 30
Das Welterbeübereinkommen der UNESCO 30
Einmaliges schützen und erhalten 30
Die Welterbeliste 31
Weltnaturerbe 32
Welterbestätten in Deutschland 33
Verstärkte Schutzbemühungen für Naturgüter 35

Mittwoch, 15. März 2017

[ #wald ] Naturwaldreservate in Österreich


Unsere Wälder tragen in hohem Maße zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt bei.

Unsere Wälder tragen in hohem Maße zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Naturwaldreservate liefern hierfür wichtige Informationen. Sie gewähren tiefe Einblicke in waldökologische Zusammenhänge und zeigen die ungestörte Entwicklung der heimischen Flora und Fauna auf.

Bei der Ausweisung geeigneter Gebiete werden hohe Anforderungen gestellt. In Naturwaldreservaten
findet keine Bewirtschaftung statt und die Waldflächen können sich frei von menschlichen Einflussnahmen entwickeln.

2010, dem "Internationalen Jahr der Artenvielfalt" wurde die Einrichtung des 200. Naturwaldreservates in Österreich unterzeichnet. Bereits 1993 hat sich Österreich bei den Resolutionen zum Schutz der Wälder in Europa verpflichtet, ein repräsentatives Netzwerk von Naturwaldreservaten zu erstellen. Heute können wir auf einen umfassenden Bestand von Naturwaldreservaten blicken. Die Repräsentativität dieses Schutzgebietsnetzwerkes soll zudem auch künftig durch die Ausweisung von weiteren Reservaten noch laufend verbessert werden.

Links. In der vorliegenden Broschüre findet man die wichtigsten Informationen zu den Naturwaldreservaten in Österreich.

 [ #natur #freunde #umwelt ]⇒

Ein schneller Blick auf den Inhalt vor dem Download: Naturwaldreservate in Österreich
1. Einleitung 3
2. Rechtliches 4
Verpflichtungen Österreichs
Das Verfahren
3.Naturwaldreservate 6
Begriffsdefinition
4.Typisierung 7
Arten der Naturwaldreservate
5. Biodiversität 8
Naturwaldreservate und ihre Bedeutung für Biodiversität
6. Auswahlkriterien 10
für die Ausweisung: Naturwaldreservat
7. Stand der Einrichtung 12
Aktuelle Verteilung in den Wuchsgebieten
8. Daten und Zahlen 16
Größe und Anzahl der Naturwaldreservate in den
Bundesländern
9. Ausblick 19
Über die Zukunft der Naturwaldreservate
Anhang: Links

Sonntag, 26. Februar 2017

[ #nutzpflanzen ] Nordmann-Tanne

Die meisten Weihnachtsbäume sind türkischstämmig. Sie kommen zwar mit den Lastwagen aus dem Norden, die Samen werden hingegen aus dem Kaukasus dorthin geflogen.

Nomen est omen. Die heute beliebteste Weihnachtsbaumart ist die Nordmanntanne. Sie wird vorzugsweise im Norden angepflanzt, wo sie die idealen Boden und Klimaverhältnisse vorfindet. Aber nicht deshalb heißt sie so, obwohl Nordman umgangssprachlich für Wikinger steht und in Norwegen der Namen in seiner Verwendung etwa dem deutschen "Mustermann" entspricht.

Benannt ist sie nämlich nach dem finnischen Botaniker Alexander von Nordmann (1803-1866), der sie im Kaukasus "entdeckt" hat. Er untersuchte die Flora und die Fauna Südrusslands und des Balkans und ist der Erstbeschreiber zahlreicher Arten.

Die Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana), standardsprachlich Nordmanntanne, auch Nordmanns Tanne und Kaukasus-Tanne genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Tannen (Abies) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). 
Originärer Waldbestand an
Nordmanntannen in der nördlichen
Türkei (Region Schwarzes Meer)

Weihnachtsbaum. Wie der Nikolaus kommt also auch unser liebster Weinachstbaum ebenfalls aus der Türkei. Der Tannenbaum kommt nämlich im westlichen Kaukasus und in der Nordosttürkei vor. Im West-Kaukasus ist er ein wichtiges Element der Bergwälder, alte Bäume können über 50 Meter hoch werden und wachsen zusammen mit der Kaukasus-Fichte (Picea orientalis) und der Orient-Buche (Fagus orientalis). Als Pfahlwurzer ist er ein stabilisierendes Element in den dortigen Mischwäldern. Aufgrund des vergleichsweise kleinen originären Verbreitungsgebietes hat die Nordmann-Tanne in ihrer Heimat keine große wirtschaftliche Bedeutung. Ihr Holz wird allenfalls zur Herstellung von Zellstoff und Papier verwendet. Auch bei uns wird sie forstlich so gut wie nicht genutzt. Gelegentlich kann man sie als Parkbaum finden.

Das Saatgut stammt also aus dem Kaukasus, dem Ursprungsgebiet der Nordmanntanne. Es wird mit dem Flugzeug eingeflogen und damit es schneller keimt wird ihm ein Winter vorgetäuscht. Das ist bei zehn Millionen Christbäumen welche Dänemark heute aus seinen Plantagen jährlich exportiert auch notwendig, denn der Baum braucht mindestens acht bis zehn Jahre bis er eine verkaufsreife Höhe erreicht. Es müssen daher die Setzlinge ein Dezenium vor dem Verkauf gesetzt und gepflegt und gezogen werden.

Fichte oder Tanne. Zwar spricht man in unserem Weihnachtsliedgut immer vom Tannenbaum, wiewohl der historische Weihnachtsbaum keine Tanne sondern eine Fichte ist. Fichten und Tannen lassen sich leicht unterscheiden, die Zapfen der Tannen stehen aufrecht und verlieren ihre Samenschuppen einzeln, sodass an den Bäumen die Spindel stehen bleibt. Fichten lassen hingegen ihre Zapfen als Ganzes abfallen, sodass es sich bei den "Tannenzapfen", die wir beim Wandern finden, immer um Zapfen der Fichten handelt. Die Weißtanne ist als selten gewordene Art nur noch wenig als Weihnachtsbaum verwendet.

Vielerorts - wohl von Konsumenten im urbanen Raum - wird die Nordmanntanne auch mit der Weißtanne verwechselt. Optisch ist die Nordmanntanne am dichten Nadelbild zu erkennen, das alle Zweige bis in die Spitzen umschließt. Auch der symmetrische Wuchs und die dunkelgrüne Farbe kennzeichnen diese Baumart. Dazu kann man ihn auch fühlen: Die weichen Nadeln stechen nicht.

Damit ist auch schon einer der wichtigsten Gründe dafür genannt, dass die Nordmantanne zum liebsten Christbaum geworden ist. Dazu kommen weitere Vorzüge: Der regelmäßige Wuchs, die dichte Verzweigung, die kräftigen und für den Weihnachtsschmuck tragfähigen Äste, aber vor allem der Umstand, dass er verhältnismäßig spät zu nadeln beginnt. Die modern und zentral beheizten Räume haben gerade deshalb die Fichte als den ursprünglichen Weihnachtsbaum verdrängt.

 [ #natur #freunde #umwelt ]⇒