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Mittwoch, 14. Juni 2023

[ #bodenseeraum ]


Eine Studie zur naturschutzfachlichen Bedeutung und Möglichkeiten ihrer Optimierung steht online zur Verfügung.




Am Bodenseeufer konnten insgesamt 90 Renaturierungsmaßnahmen, die aus den Jahren 1975 bis 2007 stammen, identifiziert werden. Sie haben insgesamt eine Länge von 34,5 km, entsprechen 10,5 Prozent des gesamten Bodenseeufers, und bedecken eine Fläche von rd. 1,04 km². Knapp 90 Prozent aller Maßnahmen wurden nach dem von B. Siessegger entwickelten Modell („wasserbauliche Grundvariante“) ausgeführt.

Dieses Modell sah im Wesentlichen eine flach geneigte Vorschüttung von Kiesen oder Geröllen vor bestehenden Kliffkanten oder Uferbefestigungen vor, die seewärts durch einen Böschungsfuß aus groben Geröllen stabilisiert wurde.

Nur bei 33 der 90 Maßnahmen spielten ausschließlich natur- und gewässerschutzfachliche Motive eine Rolle, bei allen anderen Maßnahmen traten weitere Nutzeffekte (z.B. Badestrandauffüllungen) hinzu. In 25 Fällen gehörten Verbesserungen und Ausweitungen von (Freizeit-)Nutzungen zu den explizit genannten Zielen.

Die bisherigen Uferrenaturierungsmaßnahmen am Bodensee werden kritisch gesehen, da ihre Wirksamkeit im Sinne der ursprünglichen ökologischen Zielsetzung bisher nicht gezeigt werden konnte, und weil sie häufig zu einer erheblichen Ausweitung von menschlichen Freizeitnutzungen führen, anstatt die neu gestalteten Flächen für naturnahe Habitate und eigendynamische Entwicklungen bereit zu stellen. Gerade die semiaquatische Zone ist aus naturschutzfachlicher Sicht von großem Interesse für die Ansiedlung von Gefäßpflanzen und für das Vorkommen von Laufkäfern und anderen Bodenarthropoden. Aus diesem Grund hält die Studie es für nicht statthaft, Uferrenaturierungen allein unter limnologischen bzw. gewässerschutzfachlichen Gesichtspunkten zu betrachten.

Die Biotoptypen und die Gefäßpflanzenflora sowie die Laufkäferfauna zeigen für bestimmte Renaturierungstypen (z. B. „Schilf“ und „Kies, ungenutzt“), dass Renaturierungen eine ähnliche naturschutzfachliche Wertigkeit erreichen können wie z. B. natürliche Kiesufer.

Die naturschutzfachliche Bedeutung könnte bei zukünftigen Vorhaben
  • durch eine nicht zu steile Reliefgestaltung,
  • durch die Einbringung geeigneter Feinsubstrate,
  • durch deutliche Reduzierung der Nutzungsintensität, 
  • durch die Zulassung einer eigendynamischen Entwicklung (Substrat, Relief), sowie
  • durch die Anbindung der renaturierten Fläche an naturnahe Biotope im Hinterland 
erheblich gesteigert werden. Zudem sollten die älteren Renaturierungen nicht vergessen werden, obschon hier die Möglichkeiten einer Neugestaltung begrenzt sind. Hier sollten nachträglich Managementpläne entwickelt und umgesetzt werden, die die noch verbliebenen Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, vor allem aber die Möglichkeiten der Nutzerlenkung möglichst weitgehend ausschöpfen.

 [ #natur #freunde #umwelt ]⇒


Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf das Inhaltsverzeichnis sagt mehr:
1 Einleitung 1
2 Untersuchungsgebiet 3
3 Uferverbau und Uferrenaturierung am Bodensee 4
4 Ziele, Untersuchungsplan, Methoden 13
4.1 Ziele 13
4.2 Untersuchungsplan 13
4.3 Methoden 17
5 Ergebnisse 27
5.1 Aktenauswertung 27
5.2 Gelände-Screening (Spätwinter 2007) 53
5.3 Biotoptypen und Vegetation 60
5.4 Laufkäfer-Fauna 74
5.5 Nutzungsscreening (Sommer 2007) 90
5.6 Nutzungsanalyse 103
6 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 117
7 Empfehlungen 129
7.1 Übersicht 129
7.2 Wissenschaftliche Grundlagen 130
7.3 Renaturierungskonzepte 131
7.4 Planung und Umsetzung von Renaturierungen 134
7.5 Ökologische Begleituntersuchungen 139
7.6 Öffentlichkeitsarbeit 141
8 Literatur 143
9 Glossar 148
Danksagungen

Donnerstag, 4. Mai 2023

[ #wintersport ] Eislaufen in Vorarlberg: Kein Ritt über den Bodensee

Der Konstanzer Hafen bei der "Seegfrörne" 1830 - Bild von Wendelin Moosbrugger (1760–1830) aus Rehmen in Au (Bregenzerwald)

"Es war wie ein Ritt über den Bodensee" ist auch als Redensart erhalten und meint, es sei ein gefährliches Handeln gewesen, dessen Gefährlichkeit erst im Nachhinein bewusst wurde.

Eislaufen gehört neben Ski- und Snowboard fahren zu den beliebtesten Wintersportarten in Österreich. Rund eine Million Menschen nutzen die zahlreichen Eislaufplätze für dieses Wintersportvergnügen. Eislaufen gehört zu den Sportarten, die vor allem das Herz-Kreislaufsystem stärken. Kinder und ältere Menschen trainieren dabei auch ihre Koordination.

Das Laufen auf Kufen ist alt. Warum Schlittschuhe über das Eis flitzen darüber streiten sich die Naturwissenschaftler bis heute. Jedenfalls wird die Technik der Kufen nicht nur beim Eislaufen, sondern auch bei Schiern, Rodeln und dergleichen angewandt. Und auch ganz ohne Kufen, das wissen wir, ist Eis rutschig und damit auch mit Gefahren verbunden. 

An die Sicherheit denken. Die Gesundheits- und Unfallexperten raten deshalb, die Kunst richtig zu fallen zu erlernen. Sie ist beim Eislaufen wichtig und schützt vor Verletzungen. Deshalb sollten vor allem Anfänger einen Kurs besuchen. Hier lernt man, die Balance auf eisglattem Untergrund zu behalten und sich richtig fallen zu lassen. Ebenso wie beim Inlineskaten besteht beim Eislauf die Gefahr, nach hinten zu stürzen und mit dem Hinterkopf aufzuschlagen. Eine weitere Verletzungsgefahr besteht darin, dass man sich beim Fallen reflexartig mit den Händen abstützt und sich dort verletzt. Grundsätzlich kommt es, wie bei anderen Sportarten auch, auf eine angemessene Ausrüstung an, um den Eislaufsport uneingeschränkt genießen zu können. Außerdem sollte man seinen Fahrstil immer dem eigenen Können anpassen. Ein Großteil der Unfälle auf dem Eis passiert aufgrund von Übermut und Lebhaftigkeit.

Ritt über den Bodensee. Am Bodensee haben die Gfrörnis sogar kulturelles Erbe hinterlassen: Der literarisch überlieferte Ritt des Elsässer Postvogts Andreas Egglisberger im Januar 1573 über den Bodensee inspirierte 1826 den Dichter Gustav Schwab zu seiner Ballade "Der Reiter und der Bodensee". Dort wird ein Reiter beschrieben, der bei klirrender Kälte über das schneebedeckte dünne Eis des Bodensees reitet, ohne es zu wissen. Als er erfährt, welcher Gefahr er sich ausgesetzt hatte, bricht er tot zusammen. Schwab erlebte 1830 dann selbst eine Seegfrörni und schrieb hierüber das Gedicht "Der Spuk auf dem Bodensee". Peter Handke veröffentlichte 1971 das Stück "Der Ritt über den Bodensee". Es wurde Handkes erfolgreichstes Stück in Frankreich und trug dort viel zur großen Bekanntheit des Schriftstellers bei.

Und seit 1573 wird bei jeder "Seegfrörni" in einer feierlichen Eisprozession eine Büste des Heiligen Johannes vom Schweizer Kloster Münsterlingen ins deutsche Kloster Hagnau am Bodensee über das Eis getragen. Bei der nächsten Gfrörni kehrt die Büste wieder zurück. Seit 1963 steht die Büste in Münsterlingen. Auch diesen Winter wird sie es wohl kaum nach Hagnau schaffen. 

Eislaufen in Vorarlberg. Egal ob elegantes Tanzen auf dem Eis, einfach nur hintereinander herjagen oder Rundendrehen. Eislaufen ist für Groß und Klein das perfekte Ausdauertraining für den Winter. Ohne vom Wetter abhängig zu sein, besteht in Vorarlberg sowohl in Hallen als auch unter freiem Himmel die Möglichkeit zum Eislaufen. Häufig braucht es auch keine großen Investitionen, denn sehr oft kann man Eislaufschuhe vor Ort ausborgen.


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Sonntag, 19. März 2023

[ #Fauna ] Bodensee – Brutvogelatlas zum Download


Ergebnisse der Kartierung für alle 154 Vogelarten, die brütend im Bodenseegebiet registriert wurden.

[Free eBook/PDF] Die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Bodensee (OAB) hat in den Jahren 2000-2002 die dritte Brutvogelkartierung im gesamten Bodenseegebiet auf >1200 km2 durchgeführt - unter vollständiger Beibehaltung der methodischen Vorgaben der ersten beiden Kartierungen von 1980-81 und 1990-92. Methodisch werden bei diesen Brutvogelkartierungen alle revieranzeigenden Vögel mittels Linientaxierungen innerhalb eines 2x2km-Gitterfeldes erfasst, wobei nach 5 Kartierungsgängen bis zu 50 Prozent der Gesamtfläche von 4 km² abgedeckt werden.
Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!

 

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Mittwoch, 31. August 2022

[ #bodensee ] Die Vogelwelt um dem Bodensee


Birding Germany ist ein kostenloses Informationsservice (nicht nur) für Vogelbeobachter. 

Ziel ist es, die Nutzer dieser Seite hinsichtlich der vorgestellten Gebiete mit optimalen, d.h. aktuellen und detaillierten Informationen vor allem zu Beobachtungsmöglichkeiten zu versorgen. Hinsichtlich des Bodensses ist dies mit Sicherheit gelungen.

Wer sich nicht mit der Vogelwelt des Bodensees "begnügen" will, kann dort weitere Vogel(schutz)gebiete in Augenschein nehmen.
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[ #bodenseeraum ] Bodensee: Feuer, Eis und Wasser


Die Region rund um den BODENSEE ist eine der vielseitigsten Landschaften in Europa. 

Die Region rund um den BODENSEE ist eine der vielseitigsten Landschaften in Europa. Das gesamte Wassereinzugsgebiet vonAlpenrhein, Bodensee und Hochrhein bietet ein nahezu unerschöpfliches Potenzial an Erlebnis- und Wissensstrukturen.
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Donnerstag, 16. Juni 2022

[ #bodenseeraum ] Klimawandel am Bodensee

 

Ein Interreg IV-Forschungsprojekt von 2011 – 2015.

Der globale Wandel des Klimas zeigt sich deutlich im Anstieg der Temperaturen. Schon das Jahr 2014 war bis dahin weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen.
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Donnerstag, 21. April 2022

[ #biodiversität ] Für eine bunte artenreiche Bodenseelandschaft

"Blühender Bodensee" will am Bodensee eine reich strukturierte, blühende und artenreiche Landschaft. Die Startaktion ist längst (ab)gelaufen. Doch das Anliegen ist geblieben. 

Eine blütenreiche und insektenfreundliche Landschaft ist nicht nur ökologisch wertvoller. Sie bietet auch mehr Lebensqualität für uns Menschen und einen attraktiven Mehrwert für Naherholung und Tourismuswirtschaft. Das Projekt "Blühender Bodensee" will dazu beitragen, dass Besucher und Bewohner am Bodensee eine reich strukturierte, blühende und damit artenreiche Landschaft vorfinden.
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Dienstag, 22. Juni 2021

[ #bodenseeraum ] Kostenloser Bodensee-Geodaten-Viewer


Mit dem Bodensee-Geodatenpool gibt es eine einheitliche digitale Karte 1 : 50 000 des Bodenseeraumes. Als kostenloser Bürgerservice steht ein Gratis-Viewer online. 

Kuriosum Bodensee. Der Bodensee ist ein völkerrechtliches Kondominium (gemeinsames Eigentum), unterliegt also der gemeinsamen Verwaltung der drei Anrainerstaaten Schweiz, Deutschland und Österreich. Lediglich in den ufernahen Bereichen bis 25 m Wassertiefe, der sog. "Halde", wird eine nationale Hoheitsausübung anerkannt. Dieses staatsrechtliche Kuriosum ist ein Überbleibsel aus dem Jahr 1648, als im Westfälischen Frieden die Schweiz aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ausschied, ohne dass die gemeinsame Grenze am Bodensee festgelegt wurde.
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Montag, 30. November 2020

#bodenseeraum ] Extraterrestrische Physik am Grunde des Bodensees

 


Der Physiker Erich Regener erforschte die "Höhenstrahlung" zwischen 1928  und 1932 am Grunde des Bodensees und legte einen Grundstein für die Weltraumforschung.


Die Astroteilchenphysik in ihrer heutigen Form gilt als eine junge Disziplin. Sie beginnt jedoch mit der Entdeckung der "Höhenstrahlung". Sogenannte kosmische Höhenstrahlung durchdringt selbst tausend Meter dicke Gesteinsschichten.

Zur Zeit ihrer Entdeckung war es aber schier unmöglich, sie zu messen. Schon gar nicht war daran zu denken, sie in den höheren Schichten der Erdatmosphäre zu messen. Doch Erich Regener spürte sie tief im Bodensee ebenso wie in der Atmosphäre auf. Mit Ballons und Messinstrumenten erforschte er Welten, welche der weiteren Weltraumforschung den Weg ebnen konnte.
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Dienstag, 27. Juni 2017

[ #bodenseeraum ] Drittgrößter Bodenseezufluss: Die Argen

Die Argen ist ein Fluss, der zwischen Kressbronn und Langenargen mit einer mittleren Wasserführung von rund 20 m³/s als drittgrößter Zufluss in den Bodensee mündet, und somit faktisch ein Nebenfluss des Rheins ist. 

Die im Oberallgäu entspringende Argen wurde zur deutschen Flusslandschaft der Jahre 2014 und 2015 gekürt. Vorgeschlagen hatten die Argen die baden-württembergische NaturFreunde-Ortsgruppe Ulm sowie die Stiftung Wilde Argen als Mitinitiator, unterstützt vom Fischereiverein Wangen im Allgäu.

Bodensee. Die Argen ist ein Fluss, der zwischen Kressbronn und Langenargen mit einer mittleren Wasserführung von rund 20 m³/s als drittgrößter Zufluss in den Bodensee mündet, und somit faktisch ein Nebenfluss des Rheins. Die Argen entsteht aus den Allgäuer Quellflüssen Obere Argen und Untere Argen und hat mit letzterer eine Gesamtlänge von 94,3 Kilometern. Nach dem Zusammenfluss legt die Argen noch eine Strecke von 23,4 Kilometern zurück.

FFH-Gebiet. Die Argen gilt als einer der letzten deutschen voralpinen „wilden“ Gebirgsflüsse. In seinem unteren Teil ist der Fluss als Naturschutzgebiet ausgewiesen und firmiert unter dem Namen „Argen und Feuchtgebiete südlich Langnau“ als FFH-Gebiet und damit Teil des EU-weiten Reservatsnetzes Natura 2000. Die „Obere Argen und ihre Seitentäler“ sind ebenfalls FFH-Gebiet, beschrieben als „alpin beeinflusste Flusslandschaft mit hoher Dynamik, tief eingeschnittenen Seitentälern und angrenzenden naturnahen Hang- und Auwäldern, Quellbereiche – zum Beispiel mit Tuffbildung –, sowie Seen, Weihern und Streuwiesen in extensiv genutzten Niedermoorgebieten“. Zu den in den beiden, zusammen rund 1400 Hektar großen FFH-Gebieten vorkommenden europaweit bedeutsamen Arten zählen unter anderem Kammmolch und Gelbbauchunke, Bechstein-Fledermaus und Großes Mausohr, Bachmuschel, Vierzähnige Windelschnecke, Große Moosjungfer, die Fische Strömer und Groppe sowie die Orchideen Frauenschuh und Sumpf-Glanzkraut.


Namensgeber. Dass die Arge in der Region schon früh eine zentrale Bedeutung hatte ergibt sich schon daraus, dass bereits ab dem Ende des 8. Jahrhunderts die karolingische Grafschaft Argungowe (Argengau) bestand. Urkunden aus dem 8. und 9. Jahrhundert belegen, dass folgende Ortschaften dem Argengau zugeordnet waren: Tettnang, Langenargen, Laimnau, Apflau, Haslach. Die Udalrichinger Grafen von Bregenz waren auch zeitweise Grafen des Argengaus.

Flusslandschaft des Jahres. Die Flusslandschaft des Jahres ist eine gemeinsame Initiative der NaturFreunde Deutschlands und des Deutschen Angelfischerverbandes, mit der die Bevölkerung für die natürlichen und kulturellen Schönheiten ausgewählter Fließgewässer sensibilisiert und gleichzeitig über die Bedrohung der jeweiligen Flüsse und ihrer Ökosysteme aufgeklärt werden soll. Beide Verbände setzen sich für eine verbesserte Gewässerökologie sowie eine nachhaltige Tourismusentwicklung in Flusslandschaften ein.

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Dienstag, 4. April 2017

[ #tierwelt ] Erster Höhlenfisch Europas im Achtopf: Die Höhlenschmerle

Die Donau ein unterirdischer Nebenfluss des Rheins. Forscher haben am Bodensee den ersten europäischen Höhlenfisch entdeckt. Die Höhlenschmerle fasziniert vor allem wegen ihrer schnellen evolutionsbiologischen Anpassung.

Tiere, die unter der Erde zuhause sind, entziehen sich oft dem menschlichen Auge. Dabei gibt es gerade in Höhlen, in Böden und im Grundwasser eine reiche Fauna, die kaum jemand kennt. Fische zählten in Europa bislang nicht dazu: Obwohl Höhlenfische von anderen Kontinenten bekannt sind, fehlten diese hierzulande. Nun hat ein Team aus Höhlentauchern und Forschern der Universitäten Konstanz und Oldenburg sowie des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie Plön und des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) den ersten Höhlenfisch Europas entdeckt.

Besonderheit. Die etwa acht Zentimeter große Höhlenschmerle ist nicht nur die erste entdeckte Höhlenfischart Europas, sie ist zugleich auch der am nördlichsten lebende Höhlenfisch der Welt. Während die meisten anderen europäischen Höhlentiere in der Balkanregion beheimatet sind, lebt diese Art in Deutschland. "Wir nehmen an, dass in dem 250 Quadratkilometer großen Versickerungsbereich der Donau, das in der Aachquelle nördlich des Bodensees mündet, eine große Population Höhlenfische lebt", sagt Jasminca Behrmann-Godel von der Universität Konstanz, Erstautorin der kürzlich in "Current Biology" veröffentlichten Studie.


Live-Evolution. Taucher fanden den ersten Fisch bei einer Expedition im August 2015. Die Fundstelle liegt etwa 600 Meter von der Aachquelle entfernt. Höhlenfische in einem solch nördlichen Bereich zu entdecken, ist für die Wissenschaftler besonders überraschend. Wurde doch lange angenommen, Höhlenfische könnten nur dort vorkommen, wo die Gletscher der Eiszeit nicht alles Leben unter sich begraben hatten.

Die neuen Ergebnisse lassen vermuten, dass sich die Schmerle tatsächlich erst nach der Eiszeit ins Dunkel gewagt hat und dort zum Höhlenbewohner (Troglodyten) wurde. "Erst mit dem Rückzug des Gletschers ist das System für die Fische besiedelbar geworden. Irgendwann nach dem Ende der Würmeiszeit vor maximal 20.000 Jahren müssen sie dort eingewandert sein, und zwar aus der Donau, das können wir aus unseren genetischen Analysen klar erkennen", erklärt Arne Nolte von der Universität Oldenburg und vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie Plön. Der Vorteil der Höhlenbewohner: Unter der Erde gibt es für die Schmerlen keine Fressfeinde, sodass ihr unterirdisches Leben recht sicher ist. Auch kleine Höhlenkrebse, Höhlenasseln und Höhlenschnecken wurden in den Unterwassergängen gefunden. Sie dienen den Fischen wahrscheinlich als Nahrungsgrundlage, vermuten die Forscher.

"In dieser - evolutionär gesehen - geringen Zeit haben sich die Tiere schon zu echten Höhlenfischen entwickelt. Die Augen sind stark reduziert, fast als wären sie nach innen gestülpt. Auch die Färbung ist fast verschwunden", beschreibt Jörg Freyhof, Mitautor und Taxonomie-Experte vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin. Die Fische hätten verlängerte Tastfortsätze am Kopf, sogenannte Barteln, und die Nasenöffnungen seien größer als bei ihren oberirdischen Verwandten. Gerade die junge Entstehungsgeschichte der Fische ist interessant für die Wissenschaft. "Wir sind hier auf einen echten Schatz gestoßen, der uns hilft, schnelle evolutionsbiologische Anpassungen besser zu verstehen", sagt Freyhof.

Rheinzufluss Donau. Röhren-Labyrinth zwischen Donau und Aachquelle. Das Unterwassersystem zwischen dem Versickerungsbereich der Donau und der Aachquelle (auch Aachtopf) gleicht einem überschwemmten labyrinthischen Röhrensystem. Das Wasser der Aachquelle stammt größtenteils aus der Donau, welches zwischen Immendingen und Fridingen versickert und durch das poröse Karstgestein einen unterirdischen Abfluss geschaffen hat. Interessant ist übrigens die Vorstellung, dass bei den Versinkungsstellen sich entscheidet, ob das Wasser mit dem Donaufluss Richtung Schwarzes Meer oder zur Nordsee fließt. Von der Donauversinkung fließt das Wasser unterirdisch etwa 11,7 km bei einer Geschwindigkeit von ca. 195 m/h durch Hohlräume bis zum Aachtopf. An den etwa 130 Vollversickerungstagen gehört damit die obere Donau ganz zum Flusssystem des Rheins. Damit könnte sich in der Zukunft mit weiterer Auflösung des Kalkgesteins bis zum Einsturz der Höhlen ein Vorgang  abspielen, an dessen Ende der Oberlauf der Donau ganz zu einem Nebenfluss des Rheins geworden sein wird.

"Wir wissen nicht genau, wie das System aussieht, aber es muss dort weitere unterirdische Flüsse und Seen geben", vermutet der Hobby-Geologe Roland Berka, der die geologischen Formationen der Region seit vielen Jahrzehnten untersucht. Bis auf den Siphonschacht ist das System von der Aachquelle bis zum Endversturz maximal 22 Meter tief und 600 Meter lang. Mit allen Seitengängen wird es auf einen Kilometer geschätzt.

[ #natur #freunde #umwelt ]

Donnerstag, 16. Februar 2017

[ #bodenseeraum ] Der Bodensee: Zustand – Fakten – Perspektiven

Zustand – Fakten – Perspektiven. Eine Bilanz der Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB).

Die drei Anliegerländer Deutschland, Schweiz und Österreich teilen sich die Hoheitsrechte ohne feste Grenzen auf dem See. Schon früh mussten sie sich daher gemeinsam über die Nutzung des Sees einigen und sich der gemeinsamen Verantwortung stellen. So fanden etwa ursprüngliche Pläne, wie die Regulierung des Seespiegels oder die Anbindung an das europäische Wasserstraßennetz, die zu einer tiefgreifenden ökologischen Beeinträchtigung des Sees geführt hätten, keine gemeinsame Basis und wurden daher nicht realisiert.

Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) hat 40 Jahre nach ihrer Gründung über den Zustand des Bodensees umfassend Bilanz gezogen. Die Bilanz mit dem Titel „Der Bodensee, Zustand-Fakten-Perspektiven“ (Bilanz 2004), an deren Entstehung neben verschiedensten Experten und Fachstellen rund um den Bodensee auch das Umweltinstitut und die Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Vorarlberg maßgeblich beteiligt waren, ist ein umfangreiches Standardwerk, das eine Fülle an Informationen über den Bodensee in komprimierter Form bereitstellt.

Die Bilanz ist eine Auflistung von Fakten und Vorschlägen für zukünftige Maßnahmen. Bei allen derzeitigen Abwägungen muss man sich aber stets vor Augen halten, dass eine gemeinsame Bewertung der vorgeschlagenen Maßnahmen noch stattfinden wird und die angeführten Handlungserfordernisse noch weiter zu entwickeln und zu vervollständigen sind.

Die Bilanz gibt den politischen Entscheidungsträgern in den Ländern und Kantonen die maßgebende Grundlage zur Beurteilung von künftigen Maßnahmen im ganzen Bodenseeraum. Insbesondere soll die abschließende Bewertung und Priorisierung der vorgeschlagenen Maßnahmen die Grundlage für die Festlegung der künftigen Aufgaben- und Arbeitsbereiche der IGKB sein. Dabei werden bei der Abstimmung der daraus resultierenden Maßnahmen in den betroffenen Ländern und Kantonen im Einzugsgebiet des Bodensees neben den ökologischen auch wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Aspekte miteinzubeziehen sein, damit Fragen wie Verhältnismäßigkeit, Realisierbarkeit, Finanzierbarkeit und Zuständigkeit beantwortet werden
können.

Bodensee-Daten

Seebecken
Meereshöhe über Normal Null 395 m
Oberfläche gesamt 536 km²
Obersee 473 km²
Untersee 63 km²
Tiefste Stelle 254 m
Rauminhalt 48 km³
Uferlänge 273 km
Längste Stelle 63 km
Breiteste Stelle 14 km

Uferlängen
Insgesamt 273 km
Baden-Württemberg 155 km
Bayern 18 km
Österreich 28 km
Schweiz 72 km

 [ #natur #freunde #umwelt ]
Ein Blick auf den Inhalt zur schnellen Orientierung:

Vorwort . . .1
Einleitung . . .3

1 Entwicklungsgeschichte des Bodensees
1.1 Entstehungsgeschichte . . .6
1.2 Gestalt und Funktionen des Bodensees und seines Einzugsgebietes . . .8
1.2.1 Morphologie und Hydrologie . . .8
1.2.2 Seekompartimente . . .11
1.3 Bodensee und Mensch . . .12
1.3.1 Nutzungsgeschichte des Bodensees und seines Umlandes . . .12
1.3.2 Belastungsgeschichte des Bodensees . . .13
Literatur zu Kapitel 1 . . .15

2 Der Lebensraum Bodensee - bisherige Entwicklung,
gegenwärtiger und angestrebter Zustand
2.1 Ufer- und Flachwasserzone . . .16
2.1.1 Charakteristik und gegenwärtiger Zustand . . .16
2.1.2 Belastungen und Defizite . . .21
2.1.3 Angestrebter Zustand . . .24
Literatur zu Kapitel 2.1 . . .27
2.2 Freiwasser. . .29
2.2.1 Charakteristik und gegenwärtiger Zustand . . .29
2.2.2 Belastungen und Defizite . . .40
2.2.3 Angestrebter Zustand . . .42
Literatur zu Kapitel 2.2 . . .44
2.3 Seeboden und Sedimente . . .46
2.3.1 Charakteristik und gegenwärtiger Zustand . . .46
2.3.2 Belastungen und Defizite . . .50
2.3.3 Angestrebter Zustand . . .55
Literatur zu Kapitel 2.3 . . .55
2. 4 Grundwasser, Bäche und Flüsse im Einzugsgebiet . . .57
2.4.1 Charakteristik und gegenwärtiger Zustand . . .57
2.4.2 Belastungen und Defizite . . .65
2.4.3 Auswirkungen der Nutzungen im Einzugsgebiet auf den See . . .70
2.4.4 Angestrebter Zustand . . .72
Literatur zu Kapitel 2.4 . . .74

3 Nutzungen und ihre Einflüsse auf den Bodensee
3.1. Entwicklung der Raumnutzung . . .76
Literatur zu Kapitel 3.1 . . .81
3.2 Siedlungswasserwirtschaft . . . .82
3.2.1 Bisherige Entwicklung . . . .82
3.2.2 Auswirkungen auf den See . . .89
3.2.3 Handlungserfordernisse . . .92
Literatur zu Kapitel 3.2 . . .93
Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB)
3.3 Industrie und Gewerbe - wassergefährdende Stoffe . . .95
3.3.1 Bisherige Entwicklung . . .95
3.3.2 Auswirkungen auf den See . . .97
3.3.3 Handlungserfordernisse . . .100
Literatur zu Kapitel 3.3 . . .100
3.4 Schifffahrt . . .102
3.4.1 Bisherige Entwicklung . . .102
3.4.2 Auswirkungen auf den See . . .105
3.4.3 Handlungserfordernisse . . .110
Literatur zu Kapitel 3.4 . . .112
3.5 Verkehr. . .113
3.5.1 Bisherige Entwicklung . . .113
3.5.2 Auswirkungen auf den See. . .119
3.5.3 Handlungserfordernisse. . .121
Literatur zu Kapitel 3.5 . . .123
3.6 Land- und Forstwirtschaft . . .125
3.6.1 Bisherige Entwicklung . . .125
3.6.2 Auswirkungen auf den See . . .130
3.6.3 Handlungserfordernisse . . .133
3.6.4 Forstwirtschaft. . .135
Literatur zu Kapitel 3.6 . . .137
3.7. Tourismus und Naherholung. . .138
3.7.1 Bisherige Entwicklung. . .138
3.7.2 Auswirkungen auf den See . . .140
3.7.3 Handlungserfordernisse . . .141
Literatur zu Kapitel 3.7 . . .142
3.8. Seewassernutzung . . .143
3.8.1 Bisherige Entwicklung . . .143
3.8.2 Auswirkungen auf den See . . .144
3.8.3 Handlungserfordernisse . . .145
Literatur zu Kapitel 3.8 . . .146
3.9 Fischereiliche Nutzung . . .147
3.9.1 Bisherige Entwicklung . . .147
3.9.2 Auswirkungen auf den See . . .149
3.9.3 Handlungserfordernisse . . .151
Literatur zu Kapitel 3.9 . . .153
3.10 Atmosphärische Einträge . . . .155
3.10.1 Bisherige Entwicklung . . .155
3.10.2 Auswirkungen auf den See . . .156
3.10.3 Handlungserfordernisse . . .158
Literatur zu Kapitel 3.10 . . . .159
3.11 Klima und Witterung . . .161
3.11.1 Entwicklung und heutiger Zustand / Prognose . . .161
3.11.2 Auswirkungen auf den See . . .164
3.11.3 Handlungserfordernisse . . .165
Literatur zu Kapitel 3.11 . . .167
Der Bodensee. Zustand, Fakten, Perspektiven

4 Die Zukunft des Bodensees
4.1 Defizite und bisherige Verbesserungen des Seezustandes . . .168
4.2 Nutzungen und ihre Folgen für den Zustand des Bodensees. . .169
4.3 Angestrebter ökologischer Zustand des Bodensees . . .170
4.4 Handlungserfordernisse . . .171
5 Schlussbemerkung . . .175
Fotonachweis, Informationen . . .176