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Sonntag, 16. Juli 2023

[ #schmetterlinge ] Das Tagpfauenauge

Jörg Hempel, Inachis io LC0131, CC BY-SA 2.0 DE
Die Falter überwintern als ausgewachsene Schmetterlinge und sind daher auch im Winter auf Dachböden oder in Kellern zu finden.

Der Schmetterling des Jahres wird seit 2003 gekürt. Die Wahl fiel damals auf diese Falterart, weil anhand seines Beispiels die Folgen des Klimawandels sichtbar werden. Denn das Tagpfauenauge bildet wegen der Klimaerwärmung inzwischen regelmäßig eine zweite Generation im Spätsommer aus. Früher kam dies in Deutschland nur in den wärmsten Regionen oder in sehr lang andauernden Sommern vor.

Die Falter überwintern als ausgewachsene Schmetterlinge und sind daher auch im Winter auf Dachböden oder in Kellern zu finden. Schon ab März saugen sie an warmen Tagen Nektar an Weidenkätzchen, Seidelbast oder Huflattich. Ihre Raupen ernähren sich von Brennnesseln. Die Schmetterlinge schlüpfen ab Juli und saugen meistens Nektar an violett blühenden Pflanzen, vor allem an Disteln. In Hausgärten findet man sie gemeinsam mit anderen Faltern häufig am Sommerflieder Buddleja, der deshalb auch „Schmetterlingsstrauch“ genannt wird. Die zweite Generation schlüpft von Spätsommer bis Herbst.

Die großen Augenflecken, die dem Pfauenauge seinen Namen geben, nutzt der Schmetterling als Schutz gegen Fressfeinde. Bei Gefahr klappt er die Flügel ruckartig auseinander und zeigt seine Flügeloberseiten. Dem Fressfeind wird so vorgegaukelt, ein großes Tier blicke ihn an. Im Ruhezustand klappt der Schmetterling seine Flügel zusammen und sieht dann aus wie ein trockenes Blatt.

Pfauenaugen gehören zu den häufigsten Tagschmetterlingen in Deutschland und sind mit Ausnahme des hohen Nordens in ganz Europa und Asien beheimatet. Schmetterlingsliebhaber sollten deshalb in ihrem Garten immer einige Brennnesseln stehen lassen – eine wichtige Futterpflanze auch für viele andere Falter.

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[ #klimawandel ] Tagfalter Klima-Atlas: Zukunft der Schmetterlinge in Österreich

Der Tagfalter Klima-Atlas basiert auf der Arbeit von zahlreichen WissenschaftlerInnen aus ganz Europa. Aus Österreich war der Biologe Martin Wiemers von der Universität Wien mit vertreten. 

Mit über 200 Tagfalterarten gehört Österreich zu den artenreichsten Ländern Europas. Welche Auswirkungen sind durch die Klimaerwärmung zu erwarten? Auf diese Frage gibt Martin Wiemers folgende Antwort: "Oftmals wird angenommen, dass Tagfalter eine Sonne und Wärme liebende Gruppe sind, die von der Klimaerwärmung profitiert. Tatsächlich ist zu erwarten, dass mediterrane Arten wie der Segelfalter Iphiclides podalirius sich in Österreich weiter ausbreiten oder gar neu einwandern."

So kommt der auf der Balkanhalbinsel weit verbreitete Karstweißling Pieris mannii in Österreich derzeit nur in einer isolierten Population in wärmebegünstigter Lage am Fuße der der Hohen Wand vor. In der Schweiz hat sich diese Art dieses Jahr plötzlich vom Wallis in das Mittelland bis nach Deutschland ausgebreitet. Ähnliches könnte auch in Österreich passieren.

Heute weit verbreitete Arten wie der Kleine Fuchs Aglais urticae würden sich voraussichtlich aus dem Flachland zurückziehen und könnten in Österreich nur mehr in den Bergen überleben. Umso mehr gilt dies für Arten, die in Österreich an kühlfeuchte Klimate angepasst sind, wie der Lilagold-Feuerfalter Lycaena hippothoe. In Wien kommt diese Art aktuell nur noch auf einer einzigen Feuchtwiese vor, während sie in den Bergen weit verbreitet ist.

"Besonders kritisch aber wird es für Arten, die bereits heute auf das Bergland beschränkt sind, wie der Apollofalter", gibt Wiemers zu bedenken, und weiter: "Viele Arten kommen in Österreich nur in den Hochlagen der Alpen vor und diese haben keine Rückzugsmöglichkeiten bei einer Klimaerwärmung." Zu diesen Arten zählen der Alpen-Maivogel Euphydryas cynthia, der Helle Alpenbläuling Plebejus orbitulus sowie fast alle der in Österreich vorkommenden 27 Mohrenfalterarten. Beispiele sind der Kleine Mohrenfalter Erebia melampus oder der Weißpunktierte Mohrenfalter Erebia claudina, die einzige endemische Tagfalterart Österreichs, die nur im Lungau und sonst nirgends auf der Welt zu finden ist.

Der federführende Autor des Atlas, PD Dr. Josef Settele, Ökologe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ in Leipzig, sagt: "Die meisten Tagfalterarten würden gezwungen, ihre Verbreitung radikal zu verändern, um mit den klimatischen Veränderungen mithalten zu können. Die Art und Weise, in der Tagfalter betroffen sind, gibt uns gute Anhaltspunkte darüber, wie auch viele andere Insekten reagieren dürften - und Insekten machen schließlich zwei Drittel aller Arten aus."

Climatic Risk Atlas of European Butterflies.Josef Settele, Otakar Kudrna, Alexander Harpke, Ingolf Kühn, Chris van Swaay, Rudi Verovnik, Martin Warren, Martin Wiemers, Jan Hanspach, Thomas Hickler, Elisabeth Kühn, Inge van Halder, Kars Veling, Albert Vliegenthart, Irma Wynhoff, Oliver Schweiger publiziert von Pensoft - einem Wissenschaftsverlag mit Sitz in Sofia, Bulgarien (als full-color paperback € 59,--) oder als kostenlosen Download


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Montag, 3. April 2023

[ #schmetterlinge ] App für Schmetterlinge Deutschlands, Österreichs und der Schweiz


Ehrenamtliche Artenkennerinnen und Artenkenner, Forschende, Institutionen und Behörden steuern Daten zu aktuell insgesamt 3.999 verschiedenen Schmetterlings-Arten bei. Darunter sind neben den 3.682 in Deutschland vorkommenden Arten weitere 317 Arten aus Österreich und der Schweiz digital gesammelt. 

Mindestens 60 Schmetterlingsarten sind in Deutschland allerdings bereits ausgestorben, 494 weitere Arten sind vom Aussterben bedroht bzw. unterschiedlich stark gefährdet.

Für einen effektiven Schutz sind ausreichend Daten über Artenzahlen, Auftreten und Gefährdungsursachen unerlässlich. Dank der neuen App „Schmetterlinge Deutschlands“ können jetzt alle Interessierten dabei mithelfen, Daten zu den Vorkommen einheimischer Schmetterlingsarten zu sammeln. Für Einsteigerinnen und Einsteiger eignen sich hier beispielsweise die auffallend weiß und orange gefärbten Männchen des Aurorafalters. Die Tagfalter sind an sonnigen Apriltagen auf Wiesen und an Gehölzrändern gut zu beobachten und können per App oder über die Website www.lepidoptera.de gemeldet werden.

Die Arten werden nach verschiedenen Merkmalen wie Farbe, Muster und Vorder-flügellänge erfasst. Anschließend werden die Daten von Expertinnen und Experten geprüft und online auf Verbreitungskarten zur Verfügung gestellt. Sie bilden die Grundlage für die Erstellung der Roten Liste der Schmetterlinge Deutschlands. Bislang sind bereits 3,3 Mio. Datensätze zusammengekommen. Online kann jeder die Verbreitung einzelner Arten auf einer Deutschland-Karte, aufgeschlüsselt nach Erfassungszeiträumen, nachvollziehen.

 [ #natur #freunde #umwelt ]⇒ 

Sonntag, 31. Juli 2022

[ #schmetterlinge ] Schmetterlinge und Raupen bestimmen


SCHÖNBÄR -  James Lindsey at Ecology of Commanster, Callimorpha.dominula.lindsey, CC BY-SA 3.0

Dieses "Portal für Schmetterlinge / Raupen" wendet sich gleichermaßen an Fachleute und Laien.

Der Schönbär war Schmetterling des Jahres 2010. Der Schönbär gehört zu den wenigen Nachtfalterarten, die auch tagsüber aktiv sind. Seinen Namen verdankt er seiner auffälligen Färbung und seiner „bärenartigen“ Behaarung als Raupe. Die dichte Raupenbehaarung schützt vor Fressfeinden, die ihre Beute so nur schwer fassen können.

Droht dem Falter Gefahr durch Vögel, zeigt er seine leuchtend roten Hinterflügel, die auch im Flug gut zu sehen sind. Damit signalisiert er, ungenießbar zu sein. In der Ruhestellung legt der etwa fünf Zentimeter große Schmetterling seine schwarzen Vorderflügel mit den gelben und weißen Flecken dachförmig übereinander und ist damit gut getarnt.


Das Taggpfauenauge war der "Schmetterling 2009". Das Esparsetten-Widderchen (Zygaena carniolica, Blutströpfchenfalter, Krainer Widderchen) war das "Insekt des Jahres 2008." Dieser Schmetterling fällt mit einer Flügelspannweite von vier Zentimetern und der schwarzroten Färbung sofort auf. Die Färbung ist eine Warnung für Feinde. Raupen und Falter sind giftig.
Schmetterling des Jahres 2017 ist die „Goldene Acht“. Seine Raupen ernähren sich von Luzerne und Klee und brauchen naturnahe blütenreiche Wiesen oder Weiden. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft schwindet der Lebensraum der Goldenen Acht zusehends. Luzerne und Klee werden kaum noch als Gründünger oder Viehfutter angebaut. Stattdessen wird heute mit Gülle und Kunstdünger gedüngt, und Importsoja dient als Viehfutter. 
Die Falter gehören innerhalb der Familie der Weißlinge zu der Unterfamilie der Gelblinge. Sie sind von Mai bis Oktober zu beobachten und ernähren sich als ausgewachsene Schmetterlinge von dem Nektar verschiedener Pflanzen, die gerade blühen. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa vier Zentimeter. Die Männchen weisen eine gelbe und die Weibchen eine grünlich-weiße Färbung auf. Charakteristisch sind der namensgebende achtförmige, rot umrandete Fleck auf der Flügel-Unterseite, die dunkle Randbinde sowie die schwarzen und orangefarbenen Flecken. 
Die „Goldene Acht“ ist in Mittel- und Osteuropa sowie in den gemäßigten Zonen Asiens verbreitet, fehlt aber im Mittelmeerraum. Als Wanderfalter legt sie nicht selten mehrere hundert Kilometer zurück und erreicht so auch Regionen, in denen der Falter normalerweise nicht vorkommt.
Schmetterling des Jahres 2018: „Großer Fuchs.  In Deutschland steht der „Große Fuchs“ auf der Vorwarnliste der bedrohten Tiere; in Nordrhein-Westfalen ist er vom Aussterben bedroht. Seine langfristige Bestandsentwicklung schätzt das Bundesamt für Naturschutz als „sehr stark rückläufig“ ein. Der Große Fuchs kommt nicht häufig vor, ist aber weit verbreitet. Er lebt in trockenwarmen halboffenen Landschaften, an sonnigen Waldrändern aber auch in naturnahen Gärten und auf Streuobstwiesen in weiten Teilen Europas und Asiens.
Rote Liste. Der Verlust an Lebensräumen hat ernste Auswirkungen auf Europas Schmetterlinge, Libellen und andere Insekten. Das geht aus der neuesten Ausgabe der Roten Liste hervor, die die Weltnaturschutzunion IUCN im Auftrag der Europäischen Union veröffentlicht hat. Demnach sind neun Prozent der Schmetterlinge und 14 Prozent der Libellen Europas vom Aussterben bedroht. Bei rund einem Drittel (31 Prozent) der Europäischen Schmetterlingsarten gehen die Populationen zurück, reichlich die Hälfte der Arten (55 Prozent) ist stabil, lediglich vier Prozent haben steigende Populationen und für zehn Prozent liegen keine aussagekräftigen Daten vor.

Portal. Dieses "Portal für Schmetterlinge / Raupen" wendet sich gleichermaßen an Fachleute und Laien. Derzeit wird in über 1.000 Artenportraits und 12.000 Bildernein Überblick über die Schmetterlingswelt Europas geboten – ständig werden weitere Artenportraits und Bilder hinzugefügt. Die Artenlisten liegen sowohl für deutsche Bezeichnungen, für lateinische, englische und wissenschaftliche Namen vor.

Die Seite enthält eine sehr ausführliche Anleitung zum Züchten von Schmetterlingen – eine wertvolle Unterstützung bei der Durchführung entsprechender Projekte mit Schülern. Unter dem Link "Tagebuch" finden sich aktuelle Hinweise, welche Arten gerade draußen in der Natur zu beobachten sind.

Der Seite sind die beiden Foren "Wanderfalter" und "Schmetterlinge, Raupen bestimmen" angegliedert, für Kindergärten und Schulen steht eine CD zur Verfügung.


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