Dienstag, 21. Februar 2017

[ #wintersport ] Eislaufen in Vorarlberg: Kein Ritt über den Bodensee

Der Konstanzer Hafen bei der "Seegfrörne" 1830 - Bild von Wendelin Moosbrugger (1760–1830) aus Rehmen in Au (Bregenzerwald)

"Es war wie ein Ritt über den Bodensee" ist auch als Redensart erhalten und meint, es sei ein gefährliches Handeln gewesen, dessen Gefährlichkeit erst im Nachhinein bewusst wurde.

Eislaufen gehört neben Ski- und Snowboard fahren zu den beliebtesten Wintersportarten in Österreich. Rund eine Million Menschen nutzen die zahlreichen Eislaufplätze für dieses Wintersportvergnügen. Eislaufen gehört zu den Sportarten, die vor allem das Herz-Kreislaufsystem stärken. Kinder und ältere Menschen trainieren dabei auch ihre Koordination.

Das Laufen auf Kufen ist alt. Warum Schlittschuhe über das Eis flitzen darüber streiten sich die Naturwissenschaftler bis heute. Jedenfalls wird die Technik der Kufen nicht nur beim Eislaufen, sondern auch bei Schiern, Rodeln und dergleichen angewandt. Und auch ganz ohne Kufen, das wissen wir, ist Eis rutschig und damit auch mit Gefahren verbunden. 

An die Sicherheit denken. Die Gesundheits- und Unfallexperten raten deshalb, die Kunst richtig zu fallen zu erlernen. Sie ist beim Eislaufen wichtig und schützt vor Verletzungen. Deshalb sollten vor allem Anfänger einen Kurs besuchen. Hier lernt man, die Balance auf eisglattem Untergrund zu behalten und sich richtig fallen zu lassen. Ebenso wie beim Inlineskaten besteht beim Eislauf die Gefahr, nach hinten zu stürzen und mit dem Hinterkopf aufzuschlagen. Eine weitere Verletzungsgefahr besteht darin, dass man sich beim Fallen reflexartig mit den Händen abstützt und sich dort verletzt. Grundsätzlich kommt es, wie bei anderen Sportarten auch, auf eine angemessene Ausrüstung an, um den Eislaufsport uneingeschränkt genießen zu können. Außerdem sollte man seinen Fahrstil immer dem eigenen Können anpassen. Ein Großteil der Unfälle auf dem Eis passiert aufgrund von Übermut und Lebhaftigkeit.

Ritt über den Bodensee. Am Bodensee haben die Gfrörnis sogar kulturelles Erbe hinterlassen: Der literarisch überlieferte Ritt des Elsässer Postvogts Andreas Egglisberger im Januar 1573 über den Bodensee inspirierte 1826 den Dichter Gustav Schwab zu seiner Ballade "Der Reiter und der Bodensee". Dort wird ein Reiter beschrieben, der bei klirrender Kälte über das schneebedeckte dünne Eis des Bodensees reitet, ohne es zu wissen. Als er erfährt, welcher Gefahr er sich ausgesetzt hatte, bricht er tot zusammen. Schwab erlebte 1830 dann selbst eine Seegfrörni und schrieb hierüber das Gedicht "Der Spuk auf dem Bodensee". Peter Handke veröffentlichte 1971 das Stück "Der Ritt über den Bodensee". Es wurde Handkes erfolgreichstes Stück in Frankreich und trug dort viel zur großen Bekanntheit des Schriftstellers bei.

Und seit 1573 wird bei jeder "Seegfrörni" in einer feierlichen Eisprozession eine Büste des Heiligen Johannes vom Schweizer Kloster Münsterlingen ins deutsche Kloster Hagnau am Bodensee über das Eis getragen. Bei der nächsten Gfrörni kehrt die Büste wieder zurück. Seit 1963 steht die Büste in Münsterlingen. Auch diesen Winter wird sie es wohl kaum nach Hagnau schaffen. 

Eislaufen in Vorarlberg. Egal ob elegantes Tanzen auf dem Eis, einfach nur hintereinander herjagen oder Rundendrehen. Eislaufen ist für Groß und Klein das perfekte Ausdauertraining für den Winter. Ohne vom Wetter abhängig zu sein, besteht in Vorarlberg sowohl in Hallen als auch unter freiem Himmel die Möglichkeit zum Eislaufen. Häufig braucht es auch keine großen Investitionen, denn sehr oft kann man Eislaufschuhe vor Ort ausborgen.

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