Montag, 20. März 2017

[ #baum ] Die Lärche

Im Altertum galt sie als heiliger Baum und im Volksglauben wurde sie als Heimstatt wohlgesonnener Waldfeen gesehen.

Die Lärchen (Larix) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) und ist wohl eine der bekanntesten Baumarten des Gebirges. Im Altertum galt sie als heiliger Baum und im Volksglauben wurde sie als Heimstatt wohlgesonnener Waldfeen gesehen. In der Heilkunde ist Lärchenterpentin ein wichtigster Inhaltsstoff einer husten- und schleimlösenden Lärchensalbe, die bereits zur Römerzeit verwendet wurde.



Europäische Lärche. Die Europäische Lärche ist ein sommergrüner Baum, Alle Lärchen-Arten sind sommergrüne Bäume, werfen also im Spätherbst ihre "Nadeln (nadelförmigen Blätter) ab. Damit sind sie eine der zwei nicht immergrünen Gattungen innerhalb der Kieferngewächse.

Sie erreichen ein Alter von maximal 600 Jahren, Wuchshöhen von 54 Meter und Stammdurchmesser von 1,5 bis zu 2 m . Die Baumkrone ist unregelmäßig pyramidal bis schlank-kegelförmig. In Blitzingen im Wallis wurde vor einigen Jahren ein 30 Meter hoher Baum mit 686 Jahresringen (in 7 Meter Stammhöhe) gefällt, der also etwa im Jahre 1280 gekeimt haben muss. Im Ultental (Südtirol) stehen drei Lärchen, die auf 850 Jahre geschätzt werden.

Die Lärche tritt im gesamten Alpenraum auf und ist unempfindlich auch gegen scharfe Fröste. Durch den winterlichen Nadelwurf ist sie gegen diese Gefahr sowieso von vornherein geschützt. Sie ist auch weitgehend unabhängig von Gestein und Bodentyp, hinsichtlich der Nährstoffversorgung stellt sie wenig Ansprüche.

Freilich ist die Lärche nichts für einen dichten Baumbestand, denn sie ist sehr lichtbedürftig. Das ist einmal die Notwendigkeit einer Mindestanzahl von Sonnentagen als auch das Fehlen von Beschattung. Sie tritt daher auf solchen Standorten und in solchen Waldgesellschaften auf, in welchen der Konkurrenzdruck anderer Baumarten aus diversen Gründen geringer ist.


Vorarlberg. Häufig ist die Lärche an subalpinen bis montanen Standorten, auf denen aus irgendwelchen Gründen (Blockschutt, Steilheit, Steinschlag, Lawine) ein Bestandesschluss der Waldvegetation nicht erreicht wird, etwa im Karbonat-Lärchen-Zirbenwald.

Auffällig ist jedoch, dass sie in den Tiroler und Vorarlberger Randalpen seltener und in ganz Vorarlberg als Hauptbaumart gar nicht vorhanden ist. Hingegen ist sie gerade am steirischen und kärntnerischen Alpenostrand sehr häufig zu finden. Diese Verteilung hängt möglicherweise mit der nacheiszeitlichen Wiederbewaldung der Alpen aus nordöstlichen und südöstlichen alpennahen Refugialräumen zusammen.

Trotzdem geht man davon aus, dass die Lärche durchaus auch ihre Standorte in Vorarlberg hatte. Auch wenn Lärchen-Zirbenwälder fast vollständig fehlen, müssen sie aber aufgrund der vielen Fragmente und "Restlinge" im Montafon weit verbreitet gewesen sein. Der Holzbedarf des dortigen ehemaligen Bergbaues, besonders aber die intensive und möglicherweise schon prähistorische Alpnutzung hat sie fast vollständig verschwinden lassen. So bedecken in einigen Gebieten wie dem Inneren Silbertal dichte Silikatlatschenfelder die Talhänge, teilweise nachgewiesenermaßen als Folge ehemaliger Brandrodungen.

Lärchenmischwald im Herbst
Waldbauliche Renaissance. Diese Nadelbaumart erlebt heute eine Renaissance: Günstige Holzeigenschaften und attraktiver Holzpreis, das schnelle Jugendwachstum, die relativ geringen Nährstoffansprüche dieses Pioniers und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Sturm und Schnee machen diese Baumart attraktiv. Diese Lärche ist genetisch sehr variabel und daher ist es für den Aufbau stabiler und produktiver Lärchenbestände unumgänglich, die passende Herkunft zu finden. Nicht jede Lärchenherkunft erfüllt die Anforderungen,dies gilt insbesondere für Hybridlärchen. Lärche ist nicht Lärche! Ein besonderes Augenmerk gebührt daher der Genetik dieser Baumart.

Die Verwendung der richtigen Herkunft allein genügt aber nicht. Wenn man Lärchenbestände betrachtet, so fallen oftmals die viel zu kleinen Lärchenkronen auf. Die Erhaltung einer ausreichenden Kronenlänge über alle Altersphasen ist aber ein wichtiger waldbaulicher Schlüssel zum Erfolg.

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LWF-Wissen: Beiträge zur Europäischen Lärche
  • Impressum 2
  • Vorwort 3
  • Inhaltsverzeichnis 5
  • Die Europäische Lärche – Taxonomie, Verbreitung, Morphologie 7
  • Gregor Aas
  • Eine Lärche kommt selten allein – Lärchen-Zirbenwälder der Alpen 13
  • Kristine Koch und Helge Walentowski
  • Die Europäische Lärche im Klimawandel 19
  • Wolfgang Falk, Ute Bachmann-Gigl und Christian Kölling
  • Forstliches Vermehrungsgut und Genetik der Europäischen Lärche 28
  • Monika Konnert, Ralph Jenner und Alexander Nickl
  • Die Lärche im Bayerischen Staatswald 34
  • Walter Faltl und Stephan Breit
  • Wachstum der Lärche in Bayern 39
  • Hans-Joachim Klemmt, Michael Neubert und Wolfgang Falk
  • Fraßschäden durch Insekten an der Lärche 46
  • Martina Weber, Manuela Wolf, Julia Zeitler und Ralf Petercord
  • Der Lärchenkrebs – die schwerwiegendste Erkrankung der Lärche 56
  • Ralf Petercord und Ludwig Straßer
  • Pilze und Insekten an der Lärche 60
  • Markus Blaschke, Alexandra Nannig und Heinz Bußler
  • Das Holz der Lärche – Eigenschaften und Verwendung 65
  • Dietger Grosser und Gabriele Ehmcke
  • Die Sudetenlärche 72
  • Otto Bauer
  • Von zartgrün bis goldfarben 76
  • Walter Schulz
  • Vom Lärchenharz zum Terpentin bis Lärchenöl 79
  • Norbert Lagoni
  • Urlärchen – aus der Römerzeit? 82
  • Hubert Rößner
  • Die Lärche 84
  • aus E.A.Rossmässler, Der Wald, 1863
  • Kästen, Lyrisches zur Europäischen Lärche 17, 45, 54, 59, 64 , 71, 75
  • Bäume des Jahres 85
  • Anschriften der Autoren 86

BFW Praxisinformation: BFW Praxisinformation Nr. 25 - 2011 / Lärche
  • MICHAEL ENGLISCH, FRANZ STARLINGER, HOU LIN: Die Lärche - ein Baum für alle Fälle?
  • WERNER RUHM, HANNES SCHÖNAUER: Auf die Kronenlänge kommt es an - Waldbau mit der Lärche
  • RUDOLF LITSCHAUER, HEINO KONRAD: Ohne Pollen kein Saatgut, ohne Saatgut keine Verjüngung
  • GERALD GOLESCH, ILSE STROHSCHNEIDER: Lärchensaatgut - ein knappes, wertvolles Gut
  • SILVIO SCHÜLER, LAMBERT WEIßENBACHER: Herkunft Lärche - eine Kardinalfrage
  • THOMAS GEBUREK, SILVIO SCHÜLER: Hybridlärche - eine "Baumart" mit Potenzial?
  • GERALD GOLESCH: Die Wienerwaldlärche
  • CHRISTIAN TOMICZEK, GOTTFRIED STEYRER: Aktuelle Forstschutzprobleme bei Lärche
  • RICHARD BAUER, MARKUS NEUMANN: Lärchenholz voll im Trend

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