Mittwoch, 18. April 2018

[ #pilze ] Speisepilze sammeln und richtig zubereiten



Das Sammeln von Speisepilzen begeistert immer mehr Naturfreunde. Damit dieses Vergnügen ungetrübt bleibt, sind einige wichtige Hinweise zu beachten.

Die Inatura - das Dokumentationszentrum über die Natur Vorarlbergs in Dornbirn - hat einen Verhaltenskatalog mit Ratschlägen für Natur, Umwelt und Gesundheit im Umgang mit Pilzen und dem Sammeln online gestellt. Der knappe Ratgeber ist allemal berücksichtigenswert:

Gesetzliche Grundlagen

* In Vorarlberg ist das Sammeln von Pilzen in der Zeit zwischen 8:00 und 17:00 Uhr täglich gestattet.
* Pro Person und Tag dürfen maximal 2 kg Pilze gesammelt werden.
* Es dürfen ausschließlich Pilze gesammelt werden, die eindeutig als Speisepilze erkannt wurden.

Verhalten im Wald

* Nicht in großen Gruppen ganze Waldbereiche durchkämmen, die im Boden wachsenden Pilzfäden (Mycelien) können dadurch Schaden nehmen.
* Übermäßigen Lärm vermeiden, um die Wildtiere nicht zu beunruhigen.
* Keine Abfälle entsorgen, der Wald ist so zu verlassen, wie er vorgefunden wurde.

Pilze aufsammeln

* Nur Pilze entnehmen, die zuvor bereits mit einiger Sicherheit als Speisepilz erkannt wurden.
* Unbekannte Pilze und Giftpilze dürfen nicht gesammelt werden.
* Pilze vorsichtig aus dem Boden drehen oder mit Messer abschneiden. Keine Löcher im Waldboden hinterlassen.
* Die Pilze vor Ort auf Beschaffenheit und Madenbefall prüfen und sofort reinigen.

Transport des Sammelgutes

* Pilze nur in luftigen Körben transportieren. In Plastiktaschen unter Luftverschluss werden die besten Speisepilze in kurzer Zeit ungeniessbar.
* Pilze rasch an einen kühlen Ort bringen, nicht im überhitzten Auto liegenlassen.

Zubereitung der Pilze

* Die meisten Pilze sind roh giftig, also niemals rohe Pilze essen.
* Die Pilze klein schneiden, das Aroma entfaltet sich so am besten.
* Die Pilze 10 Minuten bei mehr als 80 Grad garen, damit sie bekömmlich werden.
* Nicht Unmengen von Pilzen auf einmal essen, denn sie sind schwer verdaulich.
* Zur Zubereitung und Konservierung von Pilzen ist einiges Fachwissen nötig, gute Pilz-Kochbücher liefern wertvolle Tipps dazu.

Was tun bei Verdacht auf Pilzvergiftung

* Ruhe bewahren!
* Pilzabfälle, Mahlzeitreste oder auch Erbrochenes sicherstellen.
* Möglichst rasch Arzt konsultieren oder Krankenhaus aufsuchen.
* Nicht versuchen, durch Trinken von Milch oder anderem ein Erbrechen zu bewirken.
* Ohne ärztlichen Rat keine Medikamente einnehmen.

Pilzberatung

* Die inatura hat einen kostenlosen Beratungsservice für Pilze eingerichtet.
* Beratungspilze sind keine Speisepilze, daher immer separat aufbewahren.
* Zur Beratung nur Pilze bringen, bei denen man selbst schon eine Erstbestimmung durchgeführt hat.
* Der Pilzberater benötigt 3-4 vollständige Exemplare einer Art zur exakten Bestimmung (nicht abschneiden!)
* Persönliche Pilzberatungen werden ausschließlich nach Terminvereinbarung durchgeführt!
* Telefonisch können keine Pilzberatungen durchgeführt werden.

[ #natur #freunde #umwelt ]⇒

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